Umfrage

Investitionen in die Zukunft

Das Thema „alternde Belegschaften“ ist bei den Firmen längst angekommen

Hannover. Fast doppelt so viele über 50-Jährige wie vor zehn Jahren, dreimal so viele über 60-Jährige: Das ergab eine Umfrage der in Hannover ansässigen Arbeitgeberverbän-de für die Metall-, Kautschuk- und Verpackungsindustrie sowie der allgemeinen Arbeitgebervereinigung unter 558 Mitgliedsbetrieben.

Mit der Alterung der Bevölkerung verändert sich auch die Altersstruktur in den Unternehmen – besonders in kleineren Betrieben: Der Anteil der Beschäftigten über 60 Jahre ist im industriellen Mittelstand (Unternehmen unter 1.000 Beschäftigten) mit 11 Prozent deutlich höher als in Großunternehmen.

Laut Umfrage suchen vier von fünf befragten Betrieben gemeinsam mit den Mitarbeitern nach Lösungen, um altersgerechtes Arbeiten zu ermöglichen. Jeder zweite sorgt bewusst für altersgemischte Teams, jeder dritte organisiert Gesundheitsprogramme und jeder vierte bietet spezielle altersgerechte  Arbeitsplätze.

Immer mehr „Silver Worker“

„Die Unternehmen investieren immer stärker in moderne und altersgerechte Produktionstechniken“, bilanziert Ulrich Kanz, Leiter der Abteilung Arbeitswissenschaft beim Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschuk-Industrie (ADK). Er sieht große Fortschritte in der Arbeitsplatzgestaltung, bei der Gesundheitsvorsorge und bei speziell auf Ältere ausgerichteten Qualifizierungsprogrammen.

Eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg kommt zu dem Ergebnis: Sogar Menschen im Rentenalter haben oft Anreiz, im Job zu bleiben. Es gehe da vor allem um die nichtmateriellen Aspekte: im Austausch mit Kollegen bleiben, Know-how teilen, Wertschätzung erfahren. „Es ist höchste Zeit, die Arbeitswelt altersgerecht umzuges­talten“, folgert Jürgen Deller, Professor am Institut für  Wirtschaftspsychologie. „Es gibt etwa 400.000 Menschen, die bereits heute jenseits des gesetzlichen Rentenalters noch berufstätig sind.“

Das Gros von ihnen seien Akademiker oder Angehörige freier Berufe. Aber auch Dachdecker,  Krankenschwestern, Kraftfahrer, Sachbearbeiter oder Servicemitar­beiter gehören zu den „Silver Workers“ – so die Ergebnisse der niedersächsischen Forscher.


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