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Ausbildung bei Metall und Elektro auch für Frauen attraktiv

Interview: „Gutes Geld und hervorragende Aufstiegschancen“

Noch immer machen Frauen einen Bogen um die Metall- und Elektro-Industrie. Warum es sich lohnt, in dieser Branche Karriere zu machen, erklärt Tanja Nackmayr, Bildungsexpertin beim Arbeitgeberverband Metall NRW.

Tanja Nackmayr, Bildungsexpertin beim Arbeitgeberverband Metall NRW: "Schon im ersten Ausbildungsjahr gibt es bei uns im Monat 980,56 Euro." Foto: Metall NRW

Tanja Nackmayr, Bildungsexpertin beim Arbeitgeberverband Metall NRW: "Schon im ersten Ausbildungsjahr gibt es bei uns im Monat 980,56 Euro." Foto: Metall NRW

Düsseldorf. 40.000 junge Menschen machen in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) eine Ausbildung. Was die Branche zu bieten hat, sagt Tanja Nackmayr, Bildungsexpertin beim Arbeitgeberverband Metall NRW.

Warum sollten junge Menschen eine Karriere bei M+E anstreben?

Die Branche bezahlt gut, die Löhne liegen über dem Durchschnitt. Dazu kommen hervorragende Aufstiegschancen. Und die Möglichkeiten sind sehr vielfältig: So gibt es zahlreiche Ausbildungsberufe, die jungen Menschen mit verschiedenen Interessen und Talenten spannende Tätigkeitsfelder bieten. Oder man wählt ein duales Studium, das Theorie und Praxis eng verzahnt.

Was verdienen Azubis in der Branche?

Schon im ersten Ausbildungsjahr gibt es im Monat 980,56 Euro. Die Azubi-Vergütungen erhöhen sich bis zum vierten Lehrjahr auf 1.197,18 Euro. Das ist gutes Geld.

Und wie sieht das im Vergleich zu anderen Berufsgruppen aus?

Nimmt man alle Ausbildungsberufe über alle Jahre zusammen, so ergibt sich in Westdeutschland eine durchschnittliche Azubi-Vergütung von 881 Euro. Wir liegen mit 1.077 Euro deutlich darüber.

Wie hoch ist der Anteil der weiblichen Azubis bei Metall und Elektro?

17 Prozent sind Frauen. Der Wert stagniert seit Jahren. Leider. Und das trotz aller Bemühungen, mehr Frauen für eine Karriere bei Metall und Elektro zu begeistern – wie mit Tagen der offenen Tür, Girls’ Day oder Info-Truck.

Was ist ein Info-Truck?

Mit diesem Truck werben die Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie und ihre Mitgliedsunternehmen an Schulen oder bei Veranstaltungen um den Nachwuchs. In dem Truck mit zwei Etagen gibt es Informationen über unsere Industrie in Hülle und Fülle. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung eine CNC-Maschine programmieren und Werkstücke produzieren. Oder sich anhand eines Aufzugsmodells zeigen lassen, warum eine intelligente IT-Steuerung die Wartezeit für die Nutzer deutlich verringert.

Trotzdem machen noch so viele Frauen einen Bogen um diesen Industriezweig.

Es halten sich wohl noch Vorurteile. Richtig ist: In der Branche ist viel Kreativität und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Auch Teamarbeit wird großgeschrieben. Und die Zeiten, in denen man sich körperlich stark anstrengen musste, sind auch weitgehend vorbei.

Und was verdient man nach der Lehre?

Das Einstiegsentgelt liegt bei 42.000 Euro im Jahr. Und ein Meister kann es sogar auf 76.000 Euro bringen.


Mehr zum Thema:

Die ehemalige Zeitarbeiterin Justyna Krauber macht bei der Metallfirma GAH Alberts eine Lehre. Dafür setzte das Unternehmen alle Hebel in Bewegung. Nur ein Beispiel dafür, wie sich die M+E-Branche für den Fachkräfte-Nachwuchs einsetzt.

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