„Die Ausbildung ist nur die Eintrittskarte“

Interview: Ein Personalchef erklärt, wie „lebenslanges Lernen“ in der Praxis aussehen kann

Lengerich. Wissen veraltet immer schneller, lebenslanges Lernen wird immer wichtiger: Eine Herausforderung – für Firmen und Beschäftigte. AKTIV sprach darüber mit Michael Beidermühle. Der Personalchef von Bischof + Klein ist im Ehrenamt Vorsitzender des Hauptausschusses für Berufsbildung beim Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung.

Viele Industriebetriebe bieten eine solide Berufsausbildung in krisenfesten Jobs. Ist das nicht genug?
Nein, nicht mehr. Ein Ausbildungsabschluss ist nur die Eintrittskarte in einen Beruf. Und die Grundlage, um weiteres, auf die speziellen Anforderungen des jeweiligen Betriebes ausgerichtetes Wissen aufzubauen. Zudem verändert sich vieles, Arbeitsprozesse werden anspruchsvoller, wie bei uns zum Beispiel die Reinraum-Fertigung zeigt. Auf solche Änderungen müssen die Mitarbeiter vorbereitet werden. Und sie müssen selbst bereit sein, immer wieder dazuzulernen.

Geben die Unternehmen denn dafür genug Hilfestellung?
Aus meiner Sicht und in unserer Branche: Ja, sie nehmen das Thema durchaus ernst. Manche Unterweisungen und Schulungen sind sowieso gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus wird aber genau geschaut: Wer kann was, wer braucht was – und wer kann das fehlende Wissen vermitteln? Trainings direkt an der Maschine sowie Schulungen sind heute Standard.

Wie sieht denn das konkret bei Bischof + Klein aus?
Wir haben ein sehr umfangreiches Weiterbildungsprogramm, das reicht von Sprach- und EDV-Kursen über Führungskräfte-Trainings und Seminare zur Persönlichkeitsschulung bis zu Themen wie Qualitätssicherung oder „Compliance“, also das Einhalten von Gesetzen und Richtlinien. Wir bilden da im Vorfeld oft Projektteams, ganz bewusst auch mit vielen Fachfremden besetzt, die mit ungetrübtem Blick Veränderungen anstoßen und sich auch neue Seminare überlegen.

Und was kostet das alles?
Für etwa 900 interne und 100 externe Schulungen an beiden deutschen Standorten haben wir 2013 rund 250.000 Euro ausgegeben. Jetzt schaffen wir übrigens gerade die technischen Voraussetzungen für „E-Learning“, also das Lernen via Internet.


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