Weiterbildung

Industriemeister werden – das lohnt sich!

Schwabach. Die Begeisterung war groß, direkt nach der Ausbildung. Erst arbeitete Matthias Gilch im Werkzeugbau, später in der Anlagentechnik. „Irgendwann hatte ich aber das Gefühl, an der CNC-Fräsmaschine nicht mehr viel dazulernen zu können“, erzählt er in seiner weichen fränkischen Sprachfärbung.

Seinem Arbeitgeber, dem Autozulieferer Richard Bergner Holding (Ribe) in Schwabach bei Nürnberg, war das nur recht: Mitarbeiter, die mehr wollen und sich weiterbilden, machen ein Unternehmen innovativer und wettbewerbsfähiger.

Gilch nutzte die Chance, drückte neun Monate im Industriemeister-Lehrgang die Schulbank und kehrte nach bestandener Prüfung an seinen Arbeitsplatz zurück. Aber nur kurz: Ein gutes halbes Jahr später stieg er Anfang 2013 zum Teamleiter der Zerspanung in der Ribe-Anlagentechnik auf.

Seitdem ist der 28-Jährige für eine Gruppe mit zwölf Mitarbeitern verantwortlich, steuert zum Beispiel das Erledigen von Aufträgen, kalkuliert Kosten und plant den Personaleinsatz.

Einer brachte es sogar bis zum Geschäftsführer

„Es gibt viele Beispiele für solche Karrieren in unserem Unternehmen“, berichtet Ribe-Personalleiter Peter Oberst. „Ein großer Teil der Führungskräfte hat bei uns als Azubi oder Facharbeiter angefangen.“ Einer, Dietmar Heckel, brachte es unter anderem mit einem Meister-Lehrgang auf der Karriereleiter bis zum Geschäftsführer der Ribe-Anlagentechnik.

Von den rund 1.000 Mitarbeitern der gesamten Firmengruppe am Standort Schwabach steckt im Durchschnitt immer etwa ein Dutzend in einer Weiterbildung zum Meister oder Techniker. „Die meisten sind zwischen Anfang und Mitte 20 und haben nach ihrer Ausbildung schon einige Jahre Berufserfahrung gesammelt“, sagt Personalchef Oberst.

In den vergangenen Jahren hat eine steigende Zahl Beschäftigter die Chance genutzt, sich zum Industriemeister fortzubilden. Rund 11.570 waren es allein 2013 nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammern: Verglichen mit dem Wert des Jahres 2010 bedeutete das ein Plus von mehr als 1.900.

Die beliebteste Fachrichtung ist mit Abstand Metall – gefolgt von der Elektrotechnik. In der ersten haben zuletzt 87 Prozent der Teilnehmer die Prüfung bestanden, in der zweiten sogar 91 Prozent.

Wer bei Ribe den Meister oder Techniker macht, wird für die Dauer der Schule unbezahlt freigestellt. „Der Arbeitsvertrag bleibt gültig, und die Mitarbeiter behalten ihre Stelle“, erzählt Personalleiter Oberst. Wer möchte, kann am Wochenende und in den Ferien im Werk arbeiten und so Geld verdienen.

Aufsteiger Gilch kam während seines Meister-Lehrgangs denn auch fast jeden Samstag in den Betrieb: „Mir ging es vor allem um den Kontakt zur Firma und auch darum, mit den Maschinen und der Technik vertraut zu bleiben.“

In seinem Team eifern ihm derzeit zwei Kollegen nach. Einer bildet sich zum Meister weiter, der andere zum Techniker. „Bei Ribe bekommt jeder die gleiche Chance“, sagt Gilch.

Und der Personalchef ergänzt: „Wer nicht nur fachlich fit ist, sondern mit Leuten gut umgehen und sie motivieren kann, der hat dann auch das Zeug zur Führungskraft.“


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