Smarte Technik am laufenden Band

Industrie 4.0: ContiTech setzt bei Wartung und Instandhaltung auf Digitalisierung

Förderbänder während des Betriebs laufend kontrollieren – das kann ein neues System von Hersteller ContiTech. So kann man vorbeugend reparieren und lange Stillstände vermeiden. Auch mit Apps setzt der Konzern auf Digitalisierung.

Vorausschauende Technik: Patrick Raffler von Conti­Tech präsentiert das System für Förderbänder. Foto: Werk

Vorausschauende Technik: Patrick Raffler von Conti­Tech präsentiert das System für Förderbänder. Foto: Werk

Intelligentes Oberflächenmaterial: Acella Hylite ermöglicht spezielle Lichteffekte. Foto: Werk

Intelligentes Oberflächenmaterial: Acella Hylite ermöglicht spezielle Lichteffekte. Foto: Werk

Überwachung per App: ViProtec hilft, Überlastungen der Maschinen zu ­vermeiden. Foto: Werk

Überwachung per App: ViProtec hilft, Überlastungen der Maschinen zu ­vermeiden. Foto: Werk

Hannover. Vierte industrielle Revolution, Digitalisierung, Industrie 4.0: Große Namen für die Industrie von morgen, die auf der Vernetzung von Maschinen und Anlagen beruht. Patrick Raffler hat die Hand auf einem System, das heute schon Nutzen stiftet: „Conti MultiProtect ist ein dauerhaft installiertes und digital vernetztes Überwachungssystem für Stahlseilfördergurte“, erläutert der ContiTech-Anwendungstechniker.

Förderbänder sind das Herzstück in vielen Industriebranchen. Unter oft rauen Bedingungen transportieren sie über oder unter Tage, steil bergauf oder über kilometerlange Distanzen tonnenschwere Lasten, scharfkantige, heiße oder ölige Güter. Reißt ein Fördergurt, bricht oft die komplette Produktionskette tagelang zusammen. Mit enormen Folgen für die Wirtschaftlichkeit.

Präventive Wartung senkt die Kosten

„Unser Überwachungssystem hilft, Schäden im laufenden Betrieb frühzeitig zu erkennen und zu reparieren. Längerer Stillstand kann so vermieden werden“, erläutert Raffler. In das Transportband eingebettete Schlitzschutzstellen, sogenannte Rip Inserts, werden mittels charakteristischer Magnetfelder auf Längsschlitze überprüft.

Mit dem Einsatz von RFID-Chips wird zudem die Lokalisierung von Längsschlitzen im Gurt optimiert. Darüber hinaus kann Conti MultiProtect den Zustand der Verbindungsstellen erfassen sowie Schadstellen innerhalb der Karkasse erkennen.

„Mit dieser Dauerüberwachung hat man jederzeit ein detailliertes Bild von der Beschaffenheit der Fördergurte, ohne dass der laufende Betrieb gestört wird“, sagt Raffler. Reparaturen an Deckplatten könnten so präventiv geplant und Wartungskosten gesenkt werden.

ContiTech setzt bei seinem Überwachungssystem auf eine selbst entwickelte Software. „So können wir unsere Kunden bestmöglich unterstützen“, sagt Raffler und verweist auf die benutzerfreundliche Bedienung des Systems, das Ende April auf der Hannover-Messe präsentiert wurde.

Zu sehen war dort auch die Weiterentwicklung der App ViProtect, die per Smartphone Schwingungen an Fahrerkabinen, Motoren und anderen Industriegeräten analysiert und so mögliche Überlastungen vermeiden hilft. Ein weiteres Projekt ist die Präsentation intelligenter Materialien, die es etwa erlauben, Funktionen wie Warnleuchten in dekorative Oberflächen zu integrieren.

Intelligente Vernetzung als Jobmotor

„Die Digitalisierung ist eine große Chance für uns, gemeinsam mit den Kunden nachhaltig Mehrwert zu generieren“, erklärt Hans-Jürgen Duensing, im Continental-Vorstand verantwortlich für die Division ContiTech. „Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, unsere Produkte und Systeme smarter zu machen und ganzheitliche Lösungen anzubieten.“

Die intelligente Vernetzung von Fertigungs- und Instandhaltungsprozessen bei der Verfügbarkeit von Echtzeitdaten lässt laut Duensing das „vorausschauende Warten und Instandhalten von Maschinen und Anlagen als künftigen Wachstums- und Effizienztreiber“ und somit Jobmotor in einer Vielzahl der Industrien erscheinen, in denen ContiTech tätig ist.


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