Beruflicher Aufstieg

In neun Monaten zum Zerspaner


Aerzener Maschinenfabrik und Agentur für Arbeit starten eun neues Projekt

Aerzen. Fachkräftemangel – die Aerzener Maschinenfabrik und die Agentur für Arbeit gehen neue Wege. Das Ziel: Arbeitslose sollen passgenau auf die Anforderungen des Unternehmens qualifiziert werden.

Personalleiterin Claudia Beckert ist es leid, ständig neue Stellenangebote zu schalten. „Sie kosten viel Geld, die richtigen Bewerber sind aber nur ganz selten dabei“, sagt sie.

Die Aerzener Maschinenfabrik sucht händeringend Zerspanungsmechaniker. Doch der Arbeitsmarkt gibt sie nicht her, selbst nicht in anderen Bundesländern.

„Wir haben unsere Agenturen in den neuen Bundesländern gefragt, ob sie Zerspaner im Angebot haben – ohne Erfolg“, sagt Arbeitsvermittler Heinrich Klümper von der Arbeitsagentur in Hameln. Deshalb gehen nun Betrieb und die Agentur für Arbeit einen neuen Weg.

Wochenendkurse reichen nicht

Personalleitung und Ausbildungsleitung der Aerzener Maschinenfabrik definierten die erforderlichen Kenntnisse, erstellten anschließend einen Qualifizierungsplan und stimmten diesen gemeinsam mit der Arbeitsagentur im Detail ab. Schnell war allen klar: Es muss mehr sein als nur eine kurze Weiterbildung. Arbeitsvermittler Klümper: „Mit diesem Pilotprojekt betreten wir Neuland.“

Neun Monate umfasst die neue Maßnahme. „Was wir benötigen, ist nicht mal eben in ein paar Wochenendkursen zu erlangen“, umschreibt Personalleiterin Beckert.

Das Anforderungsprofil definiert sie so: „Die Teilnehmer sollten zumindest eine berufliche Nähe zum Werkstoff Metall mitbringen.“ Oder es gewohnt sein, mit ähnlichen Maschinen umzugehen. Ebenso wichtig sind dem Unternehmen aber die sogenannten „Softskills“ – also Lernwille, Motivation oder Teamfähigkeit.

Nach der Prüfung ein Zertifikat

Zu den zu vermittelnden Kernqualifikationen gehören das Planen, Organisieren und Überwachen von Fertigungsprozessen ebenso wie das maschinelle Spanen – also Drehen und Fräsen von Werkstücken.

Wichtig: Um eine möglichst zeitaufwendige spätere Anlernphase bei der Aerzener Maschinenfabrik zu ersparen, wird schon während der Maßnahme mit der im Unternehmen eingesetzten Software an den Werkzeugmaschinen trainiert.

Der Startschuss erfolgte im Februar bei der vhs-ArBuTec, einem örtlichen Bildungsträger, mit insgesamt zwölf Teilnehmern.

Im November ist Schluss – nach einer Prüfungsarbeit gibt es ein Zertifikat. Eine Job-Garantie allerdings nicht. „Doch die Chancen sind sehr gut“, versichert die Personalleiterin. Zurzeit sucht ihr Unternehmen unter anderem 14 Zerspanungsmechaniker, sieben Industriemechaniker und auch ständig Ingenieure. 

Werner Fricke

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