Umweltschutz

In diesem Betrieb sind Azubis als Energiescouts unterwegs


St. Georgen. Dieses Mal nehmen sich die Azubis in der Produktion die Automobiltechnik vor. Florian Schroer (19) hält das Druckluft­leckage-Messgerät an die Leitungen einer Maschine. Über einen Kopfhörer kann er sogar leise Zischlaute hören. Das Zischen verrät eine undichte Stelle.

„Alles okay“, sagt Florian Schroer und nimmt den Kopfhörer ab. Er macht bei dem Ventilatoren-Hersteller ebm-papst in St. Georgen (Schwarzwald) eine Ausbildung zum Mechatroniker. Alle zwei bis drei Wochen ist er jedoch mit drei anderen Azubis als Energiescout im Werk unterwegs.

Die Energiescouts sind eine Art Umweltpolizei. Sie suchen mit dem Messgerät nach feinen Rissen an den Druckluftleitungen oder beobachten mit der Wärmebildkamera, ob die Motoren nicht zu heiß laufen. „Eine interessante Aufgabe“, findet Azubi Stephan Lorbeer (23). Er macht schon das zweite Jahr beim Projekt mit: „Man lernt viel dazu, und man tut auch noch was für die Umwelt.“

Die Geschäftsleitung ist überzeugt, dass dieser Einsatz tatsächlich etwas bringt. „Viele kleine Schritte führen zum Ziel – das ist die wichtigste Erkenntnis, die wir bei unseren Umweltaktivitäten gewonnen haben“, erläutert Peter Metzger, Leiter Geschäftsentwicklung und Marketing.

Immerhin: Im Mutterwerk in Mulfingen bei Künzelsau sparen die Azubis rund 70.000 Euro im Jahr ein. Für den Produktionsstandort St. Georgen mit rund 1.000 Beschäftigten und knapp 300 Millionen Euro Umsatz liegen noch keine Zahlen dazu vor. Doch der Geschäftsführung geht es auch nicht in erster Linie darum.

„Die Energiescouts sind Teil eines umfassenden Konzepts: Nicht nur das einzelne Produkt, sondern auch die Produktion soll möglichst umweltfreundlich sein“, sagt Metzger. Dafür wurde die Unternehmensgruppe mit dem Nachhaltigkeitspreis 2012 ausgezeichnet.

Die Produkte, die ebm-papst im Schwarzwald herstellt, sind rund zur Hälfte industrielle Ventilatoren. Weitere Standbeine sind industrielle Antriebe sowie Antriebs- und Lufttechnik in Autos, beispielsweise für Kopfraumheizungen in Cabriolets.

„Das Thema Umweltschutz wollen wir schon in der Ausbildung verankern“, so begründet Metzger, warum gerade Azubis eingesetzt werden, um Energiefresser aufzuspüren.

Von 28 Azubis in St. Georgen wurden unter vielen Interessenten 4 für das Projekt ausgewählt. Auch die angehende Industriekauffrau Kathrin Hildbrand (21): „Als ich von den Energiescouts erfahren habe, wollte ich unbedingt mitmachen.“ Die Azubis aus der Verwaltung lernen so die Produktion besser kennen und treffen sich regelmäßig mit ihren Kollegen aus dem Werk. Auch das ist ein schöner Nebeneffekt des Projekts, meint die junge Frau: „Es stärkt den Teamgeist.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang