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Fachkräfte-Nachwuchs

In Bayerns Metall- und Elektroindustrie fehlt es an Bewerbern für die Ausbildung

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie meldet ein Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Doch die Firmen würden gerne noch mehr Auszubildende einstellen. Denn sie brauchen Fachkräfte.

Fachkräfte gesucht: Eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie bietet gute Karrierechancen. Foto: Adobe Stock

Fachkräfte gesucht: Eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie bietet gute Karrierechancen. Foto: Adobe Stock

München. Angesichts der guten Wirtschaftslage haben die Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) die Ausbildung auf ein neues Rekordniveau gesteigert. Noch mehr wäre möglich – wenn es mehr Bewerber gäbe. Das teilten jetzt die M+E-Arbeitgeberverbände bayme und vbm in München mit.

2017 zählten die Betriebe insgesamt 15.153 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,9 Prozent. Für 2018 rechnen die Verbände nach einer aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsfirmen mit einem weiteren Anstieg um 0,3 Prozent.

Weniger Schüler kommen nach

Viel mehr ist jedoch nicht drin. Denn dem starken Lehrstellen-Angebot steht ein schwindender Pool an Bewerbern gegenüber. Den demografisch bedingten Rückgang kann auch Zuwanderung aus dem In- und Ausland nicht ausgleichen. So bleibt die Zahl der Schulabgänger in den nächsten Jahren bestenfalls konstant. Für 2018/19 rechnet man in Bayern mit 131.000 Schulabsolventen, zehn Jahre zuvor waren es noch rund 140.000.

Für alle, die jetzt noch die Schulbank drücken, bedeutet das gute Aussichten am Ausbildungsmarkt: Es wird immer leichter, eine Lehrstelle zu finden. Auf jeden Bewerber kommen derzeit rechnerisch 1,29 Ausbildungsplätze.

Für die Wirtschaft wird das allerdings zunehmend zum Problem. Die Umfrage zeigt: Die Unternehmen würden gerne noch mehr Ausbildungsstellen besetzen, um ihr Reservoir an Fachkräften zu füllen. Knapp ein Viertel meldet einen Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Schuld ist vor allem die Bewerber-Lage, ergab die Umfrage der Verbände.

So sagen 43 Prozent der Firmen mit rückläufiger Ausbildung: Es gab einfach keine geeigneten Kandidaten. Deutlich häufiger als noch vor Jahresfrist können vom Bewerber abgesagte Ausbildungsplätze nicht mehr nachbesetzt werden.

Nach dem Abschluss sofort ein Vertrag

Die M+E-Industrie tut viel, um die Jugendlichen für sich zu gewinnen – von Projekten in Kita und Schule bis zu Berufsorientierung und Ständen auf Berufsmessen. Die Ausbildungsvergütung (im Schnitt über die gesamte Ausbildungszeit) steigt im Zuge der jüngsten Tarifrunde am 1. April auf 1.111 Euro. Die Übernahmequote beträgt 90 Prozent, 2017 erhielt mehr als die Hälfte der Ausgelernten sogar unmittelbar einen unbefristeten Arbeitsvertrag.


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