Energieversorgung

Immer unter Spannung


Kassel. Sorgfältig montiert Uwe Engelmann einen Stromwandler. Kollege Marcel Preusner hilft ihm. Dann kontrollieren beide, ob alles richtig sitzt. „Bei uns muss alles zu 100 Prozent in Ordnung sein“, sagt Engelmann. „Sonst könnte es beim Kunden wirklich große Probleme geben.“

Die Kunden – das sind Energieerzeuger und Energieversorger. Denn die kompakte Schaltgerätekombination HYpact von Alstom Grid in Kassel dient der Verteilung elektrischer Energie in Hochspannungsnetzen. Dabei geht es um Spannungen von 36.000 bis 170.000 Volt! Zum Vergleich: Eine normale Steckdose im Haushalt führt gerade mal 220 Volt. Bei einer Spannung von 145.000 Volt können diese Schaltgerätekombinationen den Energiebedarf für rund 15.000 Haushalte übertragen.

Weltweit führende Fertigungsstätte für Hochspannungstechnik

HYpact wird in Umspannwerken eingesetzt und bildet ein wesentliches Funktions- und Sicherheitsmerkmal im Netzbetrieb. „Im Falle einer Netzstörung unterbricht der Leistungsschalter innerhalb weniger Millisekunden die auftretenden Kurzschlussströme“, erläutert Dieter Sandrock, Leiter des Prüffelds und Qualitätsbeauftragter im Betrieb.

Alstom Grid ist Teil des Alstom-Konzerns – eines international führenden Herstellers von Anlagen und Produkten für die Stromerzeugung, Energieübertragung und Schieneninfrastruktur mit 92.000 Beschäftigten und 20 Milliarden Euro Jahresumsatz. Im Werk Kassel sind gut 300 Mitarbeiter beschäftigt. „Bei uns allen fließt Strom auch durch die Adern“, stellt Sandrock verschmitzt fest.

Werkleiter Klaus Lingelmann ergänzt: „Wir zählen zu den weltweit größten und erfolgreichsten Fertigungsstätten für Hochspannungstechnik.“ Die Exportquote liegt bei 85 Prozent, der Umsatz bei 60 Millionen Euro. Pro Jahr werden über 2.500 Hochspannungsschaltgeräte gefertigt – Leistungsschalter und kompakte Schaltgerätekombinationen.

Sie funktionieren in Umspannwerken selbst bei großer Hitze in Wüstenstaaten oder bei minus 60 Grad in Sibirien. „In mehr als 150 Ländern sorgen wir für eine wirtschaftliche und sichere Versorgung“, betont der Kasseler Werkleiter.

Üblicherweise werden Hochspannungsschaltgeräte von einer Schaltwarte aus fernbedient. Trenn- und Erdungsschalter ermöglichen, dass Teile eines bestimmten Umspannwerks oder einer einzelnen Hochspannungsleitung zu Wartungszwecken freigeschaltet und geerdet werden können.

Die Steuerung des Stromflusses erfolgt durch das Ein- und Ausschalten des Leistungsschalters. Das Einschalten ist relativ einfach, das Trennen von bis zu 100.000 Volt eine größere Herausforderung. „Dann zeigt sich“, so Lingelmann, „dass wir unser Handwerk verstehen.“

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Schlagwörter: Energie Export

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