Ausbildungsstart

Immer schön neugierig sein


Freud und Leid immer ersten Lehrjahr: Azubis berichten

Heidelberg. „Was erwartet uns?“ – Diese Frage stellen sich derzeit mehr als 1.000 junge Menschen, die im Herbst einen der 50 Ausbildungsberufe der Chemie-Industrie in Ba­den-Württemberg ergreifen. Die Antwort kennen Azubis, die das erste Lehrjahr bereits ab­sol­viert haben.

„Es ist viel besser, als ich mir das vorgestellt habe“, sagt Janina Schuppel (19); angehende Industriekauffrau beim Gelatine-Hersteller Gelita in Eberbach. Sie kennt bereits die Produktion, den Einkauf, das La­bor und den Vertrieb: „Es ist nicht so theoretisch, ich darf bereits viele Dinge erledigen“, erzählt sie. Am Anfang fand sie die Tage „schon lang“.

Ihr Tipp: „Nicht schüchtern sein, alles ausprobieren und immer fragen – die Kollegen helfen gern!“

Lange Tage – aber eigenes Einkommen

An den „langen Tagen“ knabbern auch Cristian Habel (18) und Thomas Pfeifer (17). Beide lernen Chemikant bei Klebstoff-Spezialist Henkel Teroson in Heidelberg: „Acht Stunden verfliegen in der Schule schnell. Aber so ein Arbeitstag, der ist erst einmal hart“, findet Thomas. Zum Glück tröstet das eigene Einkommen darüber hinweg: „Ich kann mir jetzt ein Auto leisten, das ist echt gut“, meint Cristian.

Metallbearbeitung und Versuche im Labor machen sie beide gerne. Weniger lustig ist das Lernen: „Es ist mehr als in der Schule. Aber man braucht das Wissen, das merken wir hier deutlich.“ Ihr Tipp: „Zuhören, was der Ausbilder sagt.“

Mit dem Lernen hat Eva Gottstein (17), Chemielaborantin im ersten Lehrjahr bei Evonik Industries in Rheinfelden, keine Probleme: „Es ist leichter als in der Realschule“, sagt sie. Den Freizeit-Verlust bedauert aber auch sie: „Joggen, Reiten, Faustball und meine Winterleidenschaft Snowboarden verlagere ich jetzt auf die Wochenenden.“

Sehr gut ge­fällt ihr die Vielfalt der Ausbildung: „Ich war schon in der Forschung sowie in der Analytik. Es ist nie langweilig.“ Ihr Tipp: „Von Anfang an ak­tiv, aufmerksam und offen sein, auf die Ausbilder zugehen.“

Anne Elischer (17), angehende Chemielaborantin bei Pflanzenarznei-Hersteller Dr. Willmar Schwabe in Karlsruhe, gefällt der Unterschied zwischen dem Chemie-Unterricht und dem Labor: „Es gibt hier viel mehr Geräte und Maschinen“, sagt sie. Obwohl ihr die Ausbildung „viel Spaß“ macht, denkt sie gelegentlich mit Wehmut an die Vergangenheit zurück. Ihr Tipp: „Genießt die Schule!“

Berufsstart: So geht es leichter

Tipps von Maschinenbaumeister Stefan Steinbrecher, Ausbilder bei Unilever in Mannheim.

  • Frühstart: Die Arbeit beginnt zeitig, bei uns um 7 Uhr. Wer früher schlafen geht, ist tagsüber fit. 
  • Ordnung: Unaufgeräumte Werkbänke oder leere Flaschen am Arbeitsplatz sind absolut tabu. Wer ordentlich ist, hat es leichter.
  • Orientierung: Das Arbeitsleben funktioniert anders als die Schule. Einfach mit den Azubis reden, die schon länger im Unternehmen sind. Die geben ihre Erfahrungen gerne weiter.
  • Durchhalten: Viele interessante Themen machen den Berufseinstieg spannend. Trotzdem muss man gelegentlich „trockenen Stoff“ büffeln oder praktische Übungen wiederholen. Durchhalten lohnt sich!
  • Teamgeist: Ein gutes Arbeitsklima und nette Kollegen helfen beim Berufsstart. Flexibel sein, zuhören, sich ins Team einbringen – dann wird die Lehre ein Erfolg.
     

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Schlagwörter: Ausbildung

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