Temperier-Anlagen

Immer richtig cool bleiben


Lauda Dr. Wobser ist Spezialist für Temperier-Anlagen

Lauda-Königshofen. Sorgfältig setzt Paul Baumeister von Lauda Dr. Wobser ein Hypothermie-Gerät zusammen. Die Maschine sieht unscheinbar aus. Und doch ist sie bei Operationen am offenen Herzen unentbehrlich. Sie temperiert den Blutkreislauf des Patienten und die Kühlmatte, auf der er liegt.

Das Unternehmen in Lauda-Königshofen ist auf die Entwicklung und Herstellung von Temperiergeräten und -anlagen spezialisiert. Seine Thermostate, Umlaufkühler und Heiz- und Kühlsysteme halten Temperaturen bis auf fünf Tausendstel Grad Celsius kons-tant oder verändern diese gezielt zwischen minus 150 und plus 400 Grad.

Familienunternehmen in dritter Generation

So kühlt beispielsweise das  Hypothermie-Gerät die Körpertemperatur des Patienten auf 20 Grad Celsius herunter und hält sie während des Eingriffs konstant. Das verlangsamt den Stoffwechsel, was sich für die schwierige Herz-Operation bewährt hat.

„Durch aktive Kühlung oder Erwärmung werden Prozesse beschleunigt oder erst ermöglicht“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Gunther Wobser, der das Familienunternehmen in der dritten Generation leitet.

Das gilt besonders für die Entwicklung und Herstellung von chemischen Produkten. Aber auch viele Maschinen müssen gekühlt werden, weil sie sonst heiß laufen würden.„Das funktioniert mit einem Kältekreislauf“, erklärt Wobser. „Statt einem haben unsere Anlagen mehrere Kreisläufe, um extreme Temperaturen schnell zu erreichen.“

Auch bei der Temperierung geht es um Energie-Effizienz. Statt den ganzen Raum, können Lauda-Temperiergeräte mit physikalisch überlegener Kühlung durch eine Temperierflüssigkeit gezielt den Prozess an der Maschine kühlen. Außerdem nutzen sogenannte Sekundärkreise vorhandene Energiequellen wie Abwärme aus.

Der Umsatz hat sich fast verdreifacht

In Deutschland beschäftigt Lauda 315 Mitarbeiter. Weitere 65 sind es im Ausland. „Wir sind Weltmarktführer und decken mit unseren Produkten die gesamte Wertschöpfungskette unserer Kunden von der Forschung über die Produktion bis hin zur Kontrolle ab“, sagt Wobser. Das macht sich bezahlt. Der Umsatz hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht. 2011 betrug er rund 65 Millionen Euro.

Einen Schub bekam Lauda durch die Verwendung von LEDs in Fernsehern. Auch deren Fertigungsprozess muss temperiert werden.

Wobser hat schon die nächste Anwendung mit Potenzial im Visier: „Noch beschränkt sich die Nachfrage nach LED-Leuchten hauptsächlich auf den öffentlichen und gewerblichen Bereich. Aber die private Nachfrage wird kommen, und dann sind wir vorne mit dabei.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang