Rund 10.000 Erstsemester-Angebote

Immer mehr Bachelor-Studiengänge: Zu viel Vielfalt?

Köln. Eine halbe Million junger Menschen beginnt dieses Jahr ein Studium – die meisten von ihnen jetzt, im Herbst. Rund 400 Hochschulen mit fast 10.000 Studiengängen werben inzwischen um die Erstsemester. Zu viel Vielfalt? Darüber sprach AKTIV mit Christiane Konegen-Grenier, Bildungsexpertin am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Anscheinend wird jeden Tag irgendein neuer Bachelor erfunden. Ist das sinnvoll?

Es gibt mehr Möglichkeiten, den ersten akademischen Abschluss zu machen – aber der Zuwachs wird überschätzt: Vor 15 Jahren gab es schon mehr als 8.000 Studiengänge für Anfänger.

Da sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht …

Zum einen hilft das Internet. Das Portal hochschulkompass.de bietet viele praktische Funktionen, die bei der Orientierung helfen. Zum anderen halte ich die grobe Richtung für wichtig. Man sollte sich am Anfang nicht zu sehr spezialisieren, sondern grundlegende Methoden und Kenntnisse erwerben, das Fundament des Faches verstehen.

„Interkulturelle Wirtschaftspsychologie“ würden Sie also eher nicht empfehlen?

Genau, lieber nicht zu exotisch, hier also eher einfach BWL oder aber Psychologie. Die hochspezialisierten Bachelor-Varianten sind oft ziemlich überfrachtet – andererseits fehlen da manchmal Grundlagen, etwa in Mathe.

Wie sieht es mit der Qualität neuer Angebote aus?

Man sollte darauf achten, ob ein Studiengang akkreditiert ist. Das steuert bundesweit der Akkreditierungsrat, die Berichte sind öffentlich. Früher war das Sache der Landesministerien und nicht so transparent.

Ist der Bachelor eigentlich in den Firmen angekommen?

Eindeutig: Ja. Unsere Umfragen bei Unternehmen haben gezeigt, dass man als Bachelor kaum schlechter ankommt als als Master, auch beim Einstiegsgehalt ist der Abstand gering.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang