Verkehrssicherheit

Immer in der Spur


Bosch baut im Allgäu Bremssysteme für ganz Europa

 

 

Blaichach/Immenstadt. Das Herbstlaub liegt noch auf der Straße. Schnee und Eis werden bald folgen. Und die Rutsch- und Schleudergefahr im Auto nimmt deutlich zu.

 

 

 

Nichts ist in brenzligen Situationen wichtiger, als ein automatisches Bremssystem an Bord zu haben. Denn es hilft dem Fahrer, in der Spur zu bleiben. In vielen deutschen Autos steckt ein „Elektronisches Stabilitätsprogramm“ (ESP). Es bremst bei Bedarf einzelne Räder ab und verhindert so schwere Unfälle.

 

 

 

Leitwerk für die Welt

 

 

 

Diese technischen „Schutzengel“ kommen häufig aus dem Allgäu. In Blaichach und Immenstadt produziert der Automobil-Zulieferer Bosch neben ESP auch den Vorläufer ABS (Anti-Blockier-System). Zusammen sind es rund 32.000 Einheiten am Tag und bislang mehr als 100 Millionen insgesamt – ein stattlicher Anteil aller weltweit hergestellten Bosch-Bremssysteme.

 

 

 

„Es ist gut die Hälfte“, sagt Johannes Lauterbach nicht ganz ohne Stolz. Er ist kaufmännischer Werkleiter beider Standorte mit rund 3.200 Mitarbeitern. Es werden dort auch Sensoren, Komponenten der Benzineinspritzung und Zündspulen hergestellt. Bosch produziert für fast alle Auto-Hersteller. Das Allgäuer Werk beliefert vor allem deren europäische Fabriken. Aber die Belegschaft leistet noch mehr.

 

 

 

„Wir sind bei ABS und ESP das Leitwerk für die anderen Standorte in der Welt“, sagt Lauterbach. Neues wird zuerst im Allgäu getestet. Klappt alles, wird es von Bosch-Werken in Frankreich, Japan, China, Indien, Brasilien und den USA übernommen. Zudem kümmern sich rund 140 Entwickler fertigungsnah um die Produkte von morgen.

 

 

 

 

 

 

 

In Europa steckt das frühere Oberklassen-System ESP laut Bosch bereits in 63 Prozent aller neuen Pkw und Lkw unter sechs Tonnen. „Wir konnten in den vergangenen Jahren die Kosten sehr stark senken“, erklärt Lauterbach. Auch günstigere Varianten für Kleinwagen gibt es mittlerweile.

 

 

 

Schon bald wird jedes Auto in Europa mit ESP ausgestattet sein. Die EU schreibt das seit 1. November bereits für alle neuen Modellreihen vor, ab November 2014 dann für alle Neuwagen.

 

 

 

Die Arbeit wird im Allgäu also so schnell nicht ausgehen. Allerdings muss sich das Werk dem demografischen Wandel stellen. „Wenn wir nichts tun, fehlen uns schon in einigen Jahren allein 70 Ingenieure“, sagt Lauterbach.

 

 

 

Den Nachwuchs im Blick

 

 

 

Der Werkleiter will deshalb ältere Mitarbeiter dazu bewegen, möglichst lange im Unternehmen zu bleiben. Und er behält den Nachwuchs genau im Auge. Lauterbach achtet etwa bei vielen seiner Auszubildenden darauf, ob sie auch das Zeug zum Studium haben. Seine einfache Rechnung: „Drei Jahre Ausbildung, vier Jahre Studium – wenn wir in sieben Jahren eigene Ingenieure brauchen, müssen wir uns schon heute darum kümmern.“

 

 

 

 

 

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