Starke Körnchen für Schleifpapier, Fußböden und Bratpfannen

Imerys Fused Minerals produziert das Mineral Korund

Was macht Schleifmittel kantig und Beschichtungen von Pfannen kratzfest? Die Antwort lautet: Korund. Das Mineral ist fast so hart wie Diamant. Produziert wird es zum Beispiel bei Imerys Fused Minerals in Laufenburg.

Heißer Arbeitsplatz: Im Lichtbogenofen wird aus Tonerde Korund geschmolzen. Foto: Sigwart

Heißer Arbeitsplatz: Im Lichtbogenofen wird aus Tonerde Korund geschmolzen. Foto: Sigwart

Rieselprobe: Laborleiter Hasan Sayin prüft mit einem speziellen Gerät die Qualität einer Charge. Foto: Sigwart

Rieselprobe: Laborleiter Hasan Sayin prüft mit einem speziellen Gerät die Qualität einer Charge. Foto: Sigwart

Bunte Brocken: Chemiker Reiner Kunz zeigt fertige Varianten des Minerals. Foto: Sigwart

Bunte Brocken: Chemiker Reiner Kunz zeigt fertige Varianten des Minerals. Foto: Sigwart

Laufenburg. Gleißendes Licht strahlt aus dem Boden eines großen Ofens. Dort, in der Produktion von Imerys Fused Minerals, entsteht gerade ein Mineral, das fast so hart ist wie Diamant: Korund. Es kommt zum Beispiel in Schleifmitteln und Trennscheiben zum Einsatz. Der Laufenburger Betrieb mit rund 160 Mitarbeitern am Standort liefert das Produkt in zahlreichen Varianten in alle Welt.

Reiner Kunz, technischer Kundenberater, nimmt zwei faustgroße Korund-Brocken in die Hand: Einer ist tiefviolett, ein anderer rosa mit bräunlichen Schlieren. Sie sehen wie löchriges Lavagestein aus. „Für die Farben sind Beimischungen von Chrom und Titan verantwortlich“, erklärt der Chemiker. Gemahlen und gebrochen sehen die Produkte wie Edelsteine aus, die purpurfarben, rosa, blau oder bräunlich schimmern.

Das Besondere an dem Material? Es ist extrem beständig gegen Hitze. Starke Temperaturwechsel sowie chemische Stoffe können ihm nichts anhaben. In der Anwendung ist es deshalb ein wahres Multitalent.

Eine Woche lang kühlt die glühende Masse ab

In Form winziger Körnchen hilft es nicht nur beim Schleifen: Auch für feuerfeste Steine und Keramikteile braucht man Korund. „Und als Verschleißschutz in Laminatböden und Fliesen oder als Bestandteil von Keramikisolatoren in Hochspannungsschaltwerken“, so Kunz. Das Material wird auch für Bratpfannenbeschichtungen verwendet, das macht die Oberfläche kratzfester. Auf Ölbohrplattformen findet man es als Anti-Rutschmittel in Böden. Mit Korund als Strahlmittel lassen sich Metalloberflächen gezielt aufrauen – oder man zerteilt mittels Strahlverfahren Silicium-Wafer in kleinste Einzelteile.

Zurück in der Produktion: Vorsichtig wirft ein Mitarbeiter einen Blick in die sonnenhelle Glut des sogenannten Lichtbogenofens. Natürlich mit Schutzbrille! „Im Inneren hat es rund 2.500 Grad Celsius“, sagt Produktionsleiter Franz Iwertowski. Ausgangsstoff ist Tonerde: „Im Ofen befinden sich drei Grafit-Elektroden – wir nutzen quasi die elektrische Energie eines Kurzschlusses, um die Tonerde in Korund umzuwandeln.“

Nach gut sechseinhalb Stunden ist eine Tonne davon geschmolzen. Dann ergießt sich die weiß glühende Masse wie Lava in Bottiche, wo sie mit Wasser gekühlt wird. Das dauert, denn Korund hat eine hohe Wärmespeicherkapazität: „Nach einem Tag ist der Block zwar außen fest, im Inneren aber noch flüssig“, so Iwertowski „Deshalb kommt er ins Blocklager. Dort kühlt er dann eine ganze Woche lang ab.“

Ist das Produkt erkaltet, wird es in Brechern und Mühlen zerkleinert und klassiert. Je nach Verfahren entstehen spitze und eckige Körnchen. Ihr Durchmesser beträgt von mehreren Millimetern bis hin zu einem Tausendstel eines Millimeters. Manchmal werden sie beschichtet, um ihre Oberfläche zu vergrößern. Für die Verarbeitung braucht es viel Know-how: „Korund ist so hart, dass die Werkzeuge schnell verschleißen“, sagt Reiner Kunz.


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Schlagwörter: Chemie Produktion

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