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Feinschliff für Olympia 2018

Im Windkanal von BMW: Wie deutsche Athleten ihre Bobs und Schlitten noch schneller machen

Go for Gold: Im BMW-Versuchszentrum in München tüftelten Wintersportler, Trainer und Ingenieure gemeinsam an der besten Ausrüstung für die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang.

Startklar: Chefrainer René Spies mit dem Vierer von Johannes Lochner (vorne). Foto: Werk

Startklar: Chefrainer René Spies mit dem Vierer von Johannes Lochner (vorne). Foto: Werk

Aufwendige Tests: Mit Simulationen am Rechner wird die Form der Sportgeräte optimiert. Foto: Werk

Aufwendige Tests: Mit Simulationen am Rechner wird die Form der Sportgeräte optimiert. Foto: Werk

München. Die Mission in Pyeongchang ist: „Gold“. In knapp vier Wochen starten die deutschen Viererbobs bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Alles muss sitzen, wenn die Teams mit einem Affenzahn den Eiskanal hinunterschießen. Spezialisten des Autobauers BMW helfen den Athleten, immer noch ein bisschen mehr aus ihren Sportgeräten herauszuholen.

Im Versuchszentrum von BMW in München, wo sonst Fahrzeuge getestet werden, tüftelten Ingenieure mit Trainern und Sportlern des deutschen Bob- und Schlittenverbands wochenlang an der Ausrüstung für Olympia – vor allem an deren Windschnittigkeit.

„Wir müssen die Verluste, die mit Crew und Schlittenform zusammenhängen, minimieren“, sagt Bob-Weltmeister Johannes Lochner. Das geschieht mit Simulationen am Rechner und anschließenden Tests im Windkanal. Ein 300 Stundenkilometer schneller, künstlich erzeugter Luftstrom bläst dort aus den Turbinen. Zudem schaffen Klimakammern Bedingungen wie draußen auf der echten Strecke, mit Kälte, Regen und Schnee.

„Die Bobs können wir hier exakt so optimieren, wie wir das bei unseren Fahrzeugen machen“, so Holger Gau, bei BMW Experte für 3-D-Simulationen. „Überprüfung und Fein-Tuning finden dann im Windkanal statt.“

Verwirbelungen, Form, Sitzposition, all das wird genau untersucht und Schritt für Schritt noch ein Quentchen verbessert. Ein letzter Test vor Olympia ergab: Der Luftwiderstand sank dank der jüngsten Veränderungen um bis zu 6 Prozent. Das macht die Schlitten pro Fahrt theoretisch eine Zehntelsekunde schneller – was in dem knappen Rennen womöglich den entscheidenden Vorteil bringt!

Technik aus dem Automobilbau hilft den Sportlern beim spannenden Rennen um Medaillen

Auch beim Schlittenbau griffen die Konstrukteure auf die Expertise aus der Fahrzeugfertigung zurück. Etwa bei der Verarbeitung des leichten, stabilen Karbons. Mit einer Präzisionsfräse stellten sie zunächst eine Negativform für die Prototypen her. Diese Form nutzten sie dann, um die Karbonfasern exakt in die gewünschte Position zu bringen. Alles Maßarbeit, damit es bei Olympia klappt.


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