Schalten und walten wie in einer kleinen Firma

Im Technikzentrum Südwestfalen werden aus Schülern Unternehmer und Facharbeiter

Preise kalkulieren, Kosten drücken, Produktion starten: Im Technikzentrum Südwestfalen gehen Achtklässler unter die Unternehmer – hoher Spaßfaktor inklusive. Hinter dem Zentrum stecken unter anderem mehr als 70 Firmen.

Da qualmen die Köpfe: Tina Nöcke hilft Nabil und Ömer beim Kalkulieren von Personalkosten und Investitionen. Foto: Straßmeier

Da qualmen die Köpfe: Tina Nöcke hilft Nabil und Ömer beim Kalkulieren von Personalkosten und Investitionen. Foto: Straßmeier

Fummelig: Die Montage … Foto: Straßmeier

Fummelig: Die Montage … Foto: Straßmeier

… der spitzen USB-Sticks. Foto: Straßmeier

… der spitzen USB-Sticks. Foto: Straßmeier

Alles im Griff? Die Kids sind gespannt, was die Spritzgussmaschine ausspuckt. Foto: Straßmeier

Alles im Griff? Die Kids sind gespannt, was die Spritzgussmaschine ausspuckt. Foto: Straßmeier

Lüdenscheid. In der Firma herrscht Hochbetrieb: Während Nabil und Ömer noch über Personalaufwendungen und Einkaufspreise diskutieren, um die Produktionskosten des USB-Sticks zu senken, spuckt nebenan eine Spritzgussmaschine unter Aufsicht von Niklas und Jan bereits die ersten Teile für die Kunststofftürmchen aus. Denise baut die Teile mit Speicherkarte und USB-Adapter schließlich zusammen und fädelt ein Band durch den Anhänger: „Mensch, ist das fummelig!”

Doch am Ende ist alles gut. Stolz zeigen die Gesamtschüler aus Werdohl ihren spitzen Stick, den sie im Technikzentrum Südwestfalen hergestellt haben. Selbst gemacht, von Anfang bis Ende – inklusive Werbefilm. Das Urteil der Achtklässler: „Cool“, „Anstrengend, aber gut“ und „Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel Spaß macht“.

Die Produktion des Türmchens, auch als LED-Lichtobjekt oder Spielfigur zu fertigen, ist das neueste Angebot in dem Lüdenscheider Zentrum, das junge Leute für gewerblich-technische Berufe begeistern will.

Getragen wird es vom Verein Technikförderung Südwestfalen mit Akteuren aus der Region: den Metall- und Arbeitgeberverbänden, der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, der Fachhochschule Südwestfalen – und über 70 Unternehmen. Die können Mitglied werden oder sich mit Maschinen oder personeller Unterstützung beteiligen.

Neben der Kunststofftechnik gibt es bisher drei Module. Die Jugendlichen können Herzobjekte aus Draht biegen (Metalltechnik), Licht und Jalousien in einer Wohnung programmieren (Gebäudesystemtechnik) oder einen Einkaufswagen-Chip verkupfern (Oberflächentechnik).

Die jungen Leute arbeiten und entscheiden selbstständig – wie in einer kleinen Firma

„Die Schüler sollen dabei selbstständig agieren“, erklärt Tina Nöcke, Leiterin des Technikzentrums. Sie selbst bleibt stets im Hintergrund. Im Idealfall läuft es wie beim USB-Stick: Azubis aus Mitgliedsfirmen haben mit dem Kunststoff-Institut und dem Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid das Spritzgießwerkzeug entwickelt und gebaut. Die Idee entstand in einer Lüdenscheider Hauptschule. Technikförderung in bester Form.

Die Schüler kommen aus ganz Südwestfalen. Und wenn die Anfahrt zu weit ist? Kein Problem! Dann kommt die Technik direkt in die Klassen.

Mehr Infos:

technikfoerderung.de


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