Wellpappe-Produktion: Das Team ist der Star

Im Smurfit-Kappa-Werk Waren sorgt eine engagierte Mannschaft für den Erfolg

Waren (Müritz). 237, 238, 239 … Die gigantische Anlage röhrt noch wie ein startendes Flugzeug. Dann stoppt die Anzeige bei 240 Metern pro Minute, das Röhren geht in ein gleichmäßiges Dröhnen über – der typische Sound einer Wellpappenanlage. 240 Meter pro Minute: In diesem Tempo schluckt die rund 100 Meter lange Maschine Papierrollen, um am anderen Ende unentwegt frische Wellpappebögen auszustoßen.

Die Mitarbeiter, denen AKTIV im Smurfit-Kappa-Werk Waren an der Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) über die Schulter blicken darf, sind konzentriert bei der Sache. Andreas Czerwinski etwa: Er legt gerade eine neue Papierrolle in die Anlage ein. Wenige Meter weiter prüft Sabrina Genz die Dicke einiger frisch produzierter, aufgestapelter Bögen.

„Zwei Drittel unserer Produktion gehen in die Lebensmittel-Industrie“

Diese Stapel müssen dann noch eine ganze Weile „ausdampfen“, bis sie weiterverarbeitet werden können: Wärme und Feuchtigkeit müssen raus, der Leim trocknen – dann ist die Wellpappe stabil.

Und damit bereit für die nächste hypermoderne Anlage – eine kombinierte Druck- und Stanzmaschine. Sechs Farbwerke, flott umrüstbar. In einem Arbeitsgang versieht die Anlage die Wellpappebögen mit einem fotorealistischen Druck und stanzt sie so, dass sie beim Kunden rasant zur Verpackung geformt werden können.

„Zwei Drittel unserer Produktion gehen in die Lebensmittel-Industrie“, sagt Vertriebsleiter Andreas Labjon. Die 170 Mitarbeiter fertigen aber zum Beispiel auch Schmuckschachteln für Juweliere oder Riesenkartons für die Chemie-Industrie.

„Wir sind Problemlöser“, so Labjon weiter, „unsere Aufgabe ist es letztlich, für und mit dem Kunden zu arbeiten, ihn flexibel zu unterstützen.“ Beispiel: Der britische Standard „BRC/IoP“ für Lebensmittelverpackungen wurde vorausschauend eingeführt – bald darauf konnte ein Kunde für Lieferungen nach England darauf zurückgreifen. Waren war übrigens auch das erste Wellpappenwerk in Deutschland, dass nach dem FEFCO-GMP-Standard zertifiziert wurde.

In der Produktion laufen Bestellungen vieler Kunden längst elektronisch ein, was Zeit und Zettel in der Lieferkette spart. Die hauseigene Entwicklungsabteilung wiederum hat die Abläufe in der Produktion der Kunden im Blick, das hilft, passende neue Formate und Konzepte auszutüfteln.

Moderne Technik, moderne Abläufe – gut und schön. „Aber ohne eine gute Mannschaft ist das alles nur die Hälfte wert“, betont der Vertriebsleiter.

„Der tolle Zusammenhalt im Werk nützt uns auch im Wettbewerb“

Seit 1970 wird am Standort produziert. 1990, nach dem Ende der DDR, übernahm die Europa Carton AG, heute Smurfit Kappa, das Werk. „Schon immer steht hier jeder für jeden ein“, stellt Labjon fest, „kein Auftrag wird 08/15 erledigt. Dieser tolle Zusammenhalt ist ein einzigartiges Gut, das uns auch im Wettbewerb nützt.“ Und von dem die Kunden profitieren. Sonderschichten? Sind nie ein Problem. Fluktuation? Null! Wissenstransfer? Alte Hasen geben ihr Know-how gerne an die Jungen weiter. Engagement? Davon zeugen etwa 120 umgesetzte (!) Projekte pro Jahr aus dem betrieblichen Vorschlagswesen.

Das Unternehmen weiß, was es an seiner engagierten Belegschaft hat – und honoriert das auch. So wird in der Betriebskantine frisch gekocht statt nur aufgewärmt. Der Raucherpavillon ist im Winter geheizt. Der Betrieb engagiert sich sozial in der Region. Und hier wird – nicht selbstverständlich für Wellpappenwerke – nach Tarif gezahlt.


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