Produkte peppig präsentiert

Im schnellen Display-Geschäft setzt Schoepe auf den Digitaldruck

Berlin. Mannshoch steht er da, wuchtig, aber doch zugänglich – der Papp-Roboter im Ausstellungsraum von Schoepe Display. Das ungewöhnliche Design des Aufstellers soll Kunden dazu animieren, sich mit Buntstiften, Textmarkern, Radiergummis oder Spitzern einzudecken.

Trotz seiner Größe bleibt der Kerl mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Selbst Rempler bringen ihn nicht aus dem Gleichgewicht. Er und mehrere Hundert „Kollegen“ müssen ja auch immer gut dastehen, wenn sie in Schreibwarengeschäften auf das Angebot aufmerksam machen.

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 325 Mitarbeiter

Ein gutes Beispiel dafür, wie das Unternehmen unweit der Berliner Stadtgrenze seine Produkte entwickelt: mit „großem Know-how“ und „jeder Menge Kreativität“, wie es Jürgen Schoepe formuliert, der Firmenchef und -gründer.

Er selbst hat das geschickte Präsentieren von Waren von der Pike auf gelernt, unter anderem in einer Firma, die ebenfalls Werbemittel fertigte. 1976 machte sich Schoepe dann selbstständig: Er kaufte eine Berliner Firma mit sieben Mitarbeitern. 1984 wurde die Schoepe Display GmbH gegründet – zu der heute drei Standorte mit insgesamt 325 Mitarbeitern gehören.

Denn 2014 wurde von der Gundlach-Gruppe deren Berliner Tochtergesellschaft Display + Box übernommen: So entstand ein Spezialist für die Herstellung von Displays aus faserbasierten Materialien mit einem Jahresumsatz von rund 33 Millionen Euro und einer Produktions- und Lagerfläche von etwa 30.000 Quadratmetern. Produziert und konfektioniert wird in Dahme/Mark im südlichen Brandenburg sowie in Berlin.

Das Spektrum der Verkaufsförderung beginnt beim aufklappbaren Präsentkarton und geht über warentragende Displays bis zu lebensgroßen Aufstellern der Filmhelden im Kino.

Zu den Kunden zählen Markenhersteller aus allen möglichen Branchen: Spielwaren, Schreibgeräte, Musik, Pharma, Kosmetik und Lebensmittel (Handelsketten sind ebenso dabei wie Brauereien).Wichtig für den Erfolg am Markt: „Wir lösen Probleme schnell und kreativ – das honorieren unsere Kunden“, erklären die Geschäftsführer Jürgen Schoepe und Andreas Grathwohl.

Das Herz von Schoepe Display schlägt in Dahlewitz, einem Ortsteil von Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin. Hier tüfteln allein 22 Mustermacher und Grafikdesigner an Ideen, die sich mit Wellpappe oder Karton umsetzen lassen.

Und eine neue Idee ist schnell auf einem Computer-Bildschirm zu sehen: Mithilfe verschiedener 3-D-Programme bewegen sich die Kreativen durch virtuelle Welten, in denen sich ausgefallene Formen und wilde Farben ausprobieren lassen.

So glänzte der pfiffige Papp-Roboter anfangs schon mal in knalligem Orange und sattem Grün – ehe dann die Entscheidung für das doch besser zur Technik passende Grau fiel.

„Man braucht fundiertes Wissen aus der Produktion, damit man nichts konstruiert, was dann in der Realität doch niemals funktionieren würde“, erklärt Produktentwicklerin Petra Salbach.

Sie sorgt also schon beim Design dafür, dass zum Beispiel durch stabile Unterkonstruktionen ein Display auch nach der Bestückung mit den Waren solide steht.

Gibt ein Kunde dann den dreidimensionalen Vorschlag aus dem PC frei, wird erst mal ein Muster angefertigt: Dank Digitaldruckmaschinen mit Hochleistungsplottern, die auch für Kleinstserien genutzt werden, ist ein Display-Modell schnell hergestellt.

Ist das fertige Beispiel beim Kunden, liegt die Auftragserteilung meist nicht mehr fern – und die klassische Display-Maschinerie kann anlaufen. Moderne Maschinen und Anlagen zum Drucken, Kaschieren, Stanzen und Kleben nebst hauseigenem Werkzeugbau ermöglichen dabei auch großflächige Displayformate.

Viel Platz an zwei Produktionsstandorten

Und dafür ist viel Platz an den beiden Produktionsstandorten nötig: Insgesamt 21.000 Stellplätze für Europaletten gibt es – sowie etwa 4.000 Quadratmeter Fläche für Hand- und Konfektionierungsarbeiten. Denn je nach Auftrag werden die Kundenprodukte hier auch individuell konfektioniert, oder Ware wird den Displays beigepackt, bevor diese an den Handel verschickt werden.

Um Transportschäden zu vermeiden, wird die Standfestigkeit der fertigen Ware vorab mittels zertifizierter Transportsimulation geprüft. Und am Ende verlassen pro Tag rund 30 Lastwagen und dazu noch etwa 1.200 Paketsendungen das Unternehmen.

Übrigens …

Digitaldruck ist im Kommen

  • Beim Digitaldruck wird das Druckbild direkt aus dem Computer zur Druckmaschine übertragen und sofort zum Beispiel auf den für die Weiterverarbeitung vorgesehenen Karton gedruckt. Eine klassische Druckform wie im Offsetdruck ist nicht mehr nötig.
  • Das Verfahren wird zunehmend für die papierverarbeitende Industrie interessanter, da inzwischen auch großflächige, bis 250 Zentimeter breite Bogen digital bedruckt werden können. Die Sache rechnet sich bisher allerdings nur bei kleineren Auflagen bis etwa 1.000 Quadratmetern.
  • Schoepe Display ist nach eigenen Angaben 2013 als erster Betrieb weltweit für den Digitaldruck auf Wellpappe zertifiziert worden. In den nächsten Jahren will das Unternehmen die entsprechende Kapazität verdoppeln.

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