Maschinenbau

Im Geschäft mit Schwellenländern


Maschinenfabrik Heller profitiert vom Nachholbedarf in Fernost und Russland

Nürtingen. Auto statt Fahrrad: Durch die Industrialisierung entsteht in China und Indien eine Mittelschicht, die sich vierrädrige Fahrzeuge leisten kann. „Allein in Indien werden in den nächsten fünf  Jahren laut einer Prognose 300 Millionen Menschen ein Auto kaufen können“, weiß Manfred Maier, Geschäftsführer der Gebr. Heller Maschinenfabrik im schwäbischen Nürtingen.

Seit zwei Jahren kommen die Aufträge des Maschinenbauers zunehmend auch aus Asien und Osteuropa. Indien und China werden nämlich nicht nur von westlichen Herstellern und Zulieferern als Standorte genutzt. Längst fertigen die Schwellenländer dort ihre eigenen Marken.

„China wird in wenigen Jahren der weltgrößte Produzent von Kraftfahrzeugen sein“, beschreibt Maier die globalen Perspektiven. Auch Russland hat einen großen Nachholbedarf, um seine Industrie auf Vordermann zu bringen.

Dollarkurs erschwert Exporte

Doch Maier sieht den Aufstieg neuer Autohersteller als Chance. „Unsere Kunden verlangen Fertigungsanlagen nach aktuellem technischem Stand, deshalb kommen sie zu uns.“ Welche Anlage bestellt wird, hängt unter anderem vom gewünschten Automatisierungsgrad ab: Es müssen eben die Kosten der Automatisierung mit denen fürs Bedienpersonal verglichen werden.

Die niedrigen Personalkosten sind freilich nur ein Vorteil auf Zeit: Auch in den Schwellenländern steigen die Löhne. Deshalb wollen die Kunden Anlagen mit der Option, sie später automatisieren  zu  lassen  – auch aufgrund wechselnder Bearbeitungsaufgaben . Bei den modular aufgebauten Anlagen von Heller geht das.

Mit einem Auftragseingang von über 500 Millionen Euro war 2007 ein Rekordjahr für Heller. Das gute Ergebnis, so Maier, sei die Frucht der Entwicklungsanstrengungen der letzten Jahre. Im Schnitt wurden jährlich 15 Millionen Euro in neue Produkte und eine höhere Produktivität investiert. 

Sorgen bereitet dem Geschäftsführer der Dollarkurs: Um 45 Prozent hat sich der Euro in den letzten  sechs Jahren im Vergleich zur US-Währung verteuert. Der Yen der konkurrierenden Japaner ist dagegen konstanter geblieben. „Da tun wir uns bei Exporten in den Dollarraum schwer“, sagt Maier.

Andererseits macht der schwache Dollar die USA als Standort interessant. Gut, dass Heller dort bereits produziert. Bei dem Familienunternehmen stehen die Zeichen weiter auf  Wachstum.

Joachim Sigel

 

Info: Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Der Maschinenbauer stellt Fertigungssysteme für die Automobil-Industrie und deren Zulieferer sowie Bearbeitungszentren für andere Branchen her. 2007 setzte Heller 364 Millionen Euro um, für 2008 sind 430 Millionen angepeilt. 60 Prozent der Anlagen gehen ins Ausland. Heller beschäftigt in Nürtingen 1.500 Mitarbeiter, weltweit 2.260. Weitere Fertigungsstätten befinden sich in England, Brasilien und in den USA.

www.heller-machinetools.com

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