Tipp der Woche

Im Fall des Falles


Herrenloser Koffer: Sein Besitzer kann in vielen Fällen auf eine Entschädigung pochen. Foto: getty; Montage: Roth

Koffer weg, Flug verspätet? Das EVZ weiß Rat

Abheben in Richtung Urlaub – immer wieder ein besonderer Moment! Ärgerlich, wenn dann  das Flugzeug arge Verspätung hat, gar nicht startet – oder unterwegs das Gepäck verschwindet. Zwar haben Fluggäste bestimmte Rechte. Aber es ist nicht immer leicht, sie durchzusetzen. Am schnellsten kommt oft ans Ziel, wer das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) kontaktiert.

Zu finden ist es im baden-württembergischen Kehl (www.eu-verbraucher.de) und in Kiel (www.evz.de). Beim EVZ bekommen verärgerte Passagiere schnell Informationen darüber, ob ihnen eine Erstattung zusteht und was sie dafür tun müssen.

Außergewöhnlich – oder doch nicht?

Zudem erhalten sie in grenzüberschreitenden Fällen Unterstützung. Die ist nötig, denn Fluggesellschaften erkennen Rechte der Passagiere längst nicht immer an, wie die Experten schildern.

Beispiel 1: Ein Flug fällt aus. Die entsprechende Verordnung regelt, dass die Fluggesellschaft keine Wiedergutmachung zahlen muss, wenn außergewöhnliche Umstände Grund für den Ausfall waren – etwa extremes Wetter.

Die Airline muss aber alle ihr zumutbaren Maßnahmen ergriffen haben, damit der Flug doch noch wie geplant stattfinden kann! „Hat sie das nicht getan, hat der Passagier ein Recht auf eine Ausgleichszahlung“, weiß Birte Ludwig, Rechtsreferentin beim EVZ in Kiel. Behauptet aber eine Fluggesellschaft einfach so, es seien eben ganz außergewöhnliche Umstände gewesen, wird so mancher ahnungslose Passagier gar nicht erst eine Wiedergutmachung fordern.

Schon in solchen Fällen, in denen es ja oft um viel Geld geht, kann das EVZ-Fachwissen weiterhelfen.

Beispiel 2: Gepäck verschwindet. „Dann sollten die betroffenen Passagiere sofort vor Ort eine Schadensanzeige abgeben, und zwar am sogenannten Lost-Luggage-Schalter“, sagt Ludwig.

Der Fachbegriff für diese Schadensanzeige: „Property Irregularity Report“. Außerdem sollte man der Fluggesellschaft möglichst schnell mitteilen, dass das Gepäck weg ist. Ludwig betont: „Unsere Erfahrung ist, dass außergerichtlich nur gezahlt wird, wenn der Verlust bereits am Flughafen gemeldet wurde.“

EU-Kommission will nachbessern

Und selbst dann müsse man oft noch über die Höhe der Entschädigung streiten: Da würden etwa von der Airline Kaufbelege für die Dinge verlangt, die im Koffer waren ... Weil auch der Europäischen Kommission klar ist, dass die Fluggastverordnung noch Lücken hat, will sie hier schon bald nachbessern – das hat die Kommission Mitte April an-gekündigt.

 

Welche Rechte man als Passagier hat und wie man sie geltend machen kann, erklärt das EVZ in einer kostenlosen Broschüre. „Fluggastrechte: Clever Reisen!“ findet man zum Download auf der Seite www.eu-verbraucher.de – dort links auf „Tourismus & Transport“ klicken, dann auf „Reisen per Flugzeug“.

 

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