Ehrenamt

Im Einsatz für andere


Was Lasco-Azubi Sebastian Künzel in seiner Freizeit bei der Feuerwehr lernt

Coburg. Alarm! Wenn sich sein Pieper meldet, zögert Sebastian Künzel keine Sekunde. Der junge Mann weiß, dass nun alles ganz schnell und geordnet laufen muss. Denn irgendwo braucht jemand Hilfe, und zwar dringend!

Verlässlichkeit, Widerstandskraft gegen Stress und Entscheidungsstärke sind Pflicht bei der Feuerwehr – und nützen auch im Job: Hauptberuflich macht der 19-Jährige eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei der Coburger Firma Lasco, Hersteller von Werkzeugmaschinen zur Metallumformung.

Den Beruf hat Künzel gewählt, „weil ich schon immer handwerklich arbeiten wollte und weil’s vielseitig ist“ – beides ist ihm wichtig. Wie im Einsatzwagen, ist er im zweiten Lehrjahr inzwischen auch an der Fräsmaschine sehr geschickt. Im Kreis der Azubis zeigen sich ab und zu auch seine Vermittlungsfähigkeiten, berichtet sein Ausbilder Heiko Opel: „Vielleicht hängt seine besonnene Art ja auch etwas mit seinem Ehrenamt zusammen.“

Seit sieben Jahren ist der sportliche junge Mann bei der Freiwilligen Feuerwehr Coburg aktiv. Dafür hat er 2007 den „Dr. Kapp-Vorbildpreis“ erhalten (siehe unten: Info).

Derzeit absolviert Künzel eine zweijährige Zusatzausbildung zum Rettungstaucher. „Wenn ein Auto in einen See rast, ist die Feuerwehr meist als Erste da“, erzählt er,  „dann ist es gut, wenn ich da reingehen und den Fahrer bergen kann.“

Cool bleiben, wenn’s brennt: Für Künzel ist das selbstverständlich. Er begeistert sich nicht nur für Freunde, Motorradfahren und andere Vergnügen, sondern will auch etwas für die Allgemeinheit tun:  „Warum sollte ich nicht helfen, wenn ich es doch kann?!“

Im Team Stress leichter bewältigen

Für den guten Zweck, ohne Bezahlung arbeiten: Das ist in Bayern weit verbreitet. Laut Sozialministerium sind fast 3,8 Millionen Bürger ehrenamtlich aktiv. Das ist jeder dritte Einwohner Bayerns, der älter ist als 14 Jahre.

Künzel investiert regelmäßig freie Zeit in sein „Hobby“, wie er es nennt: „Alle zwei Wochen haben wir Übung, dann gibt es noch die ganztägigen Dienste am Wochenende, im Theater zum Beispiel, oder eben Zusatzsachen wie das freiwillige Tauchtraining.“

Manchmal ist die Feuerwehr-Arbeit nervenaufreibend. Dann ist es gut, wenn Kollegen da sind: „Nach einem Einsatz bespricht man, was los war und kann das so besser verarbeiten.“ Künzel mag die Arbeit im Team. In seiner Funktion als Atemschutzgeräte-Träger ist er routiniert: „Man hat etwas gelernt, macht das und muss gar nicht mehr groß drüber nachdenken.“ Er lernt, sich auf Kollegen verlassen zu können: „Das ist total wichtig.“

Sein Ausbilder Heiko Opel war es, der Sebastian Künzel für den „Dr. Kapp-Vorbildpreis“ vorgeschlagen hat. Auch künftig hat Opel viel mit ihm vor: „Ich möchte ihn vorzeitig zur Abschlussprüfung anmelden.“ Und ihn danach gern als engagierte Nachwuchs-Fachkraft im Betrieb halten.

Info: Dr. Kapp-Vorbildpreis

Das Motto: „Dein Engagement ist nicht umsonst“, gilt auch für die vierte Runde des „Dr. Kapp-Vorbildpreises“. Mit ihm werden Auszubildende geehrt, die sich beruflich, sozial oder ehrenamtlich besonders für andere einsetzen.

Vorschläge können noch bis 29. Februar eingereicht werden. Die Preisverleihung erfolgt im Juni. Infos in der BayME-Geschäftsstelle Oberfranken, Tel. 09561- 5562 55.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang