Lauter Hingucker

Im „Bosch Rexroth Fotoclub“ knipsen Hobby-Fotografen auf Profi-Niveau


Regionaltypisches Motiv: Herbert Reder vor dem Schloss in Lohr. Foto: Scheffler

Lohr am Main. Als Herbert Reder (59) kürzlich auf dem Arbeitsweg bei Neustadt aus dem Autofenster blickte, stimmte alles: Die Sonne schimmerte durch den Nebel, tauchte den Main in goldenes Licht, ein Schiff fügte sich ins Bild – doch er hatte seine Kamera nicht dabei! „An dieser Stelle habe ich noch nie das perfekte Foto hingekriegt“, erzählt lachend der Vorsitzende des „Bosch Rexroth Fotoclubs“.

Dabei sind ihm Motive aus seiner Heimat Unterfranken am liebsten. Und nach Jahrzehnten hinter der Linse ist er nahezu Profi. Was ihn 2009 zum Hauptorganisator der Interessengemeinschaft machte: Die besteht seit 1971, hat aktuell 35 Mitglieder von 27 bis 77 Jahren.

Nicht alle arbeiten bei Bosch Rexroth, dem in Lohr am Main ansässigen Hersteller von Antriebs- und Steuerungstechnik für Maschinen. Aber man trifft sich auf dem Werkgelände, zweimal im Monat. Die Firma unterstützt die kreative Truppe ab und zu, etwa mit einem neuen Beamer.

„Bei unseren Treffen beraten wir uns zu Motiven, Aufbau und Technik, bewerten Bilder und machen Exkursionen“, erläutert Reder, Maschinenbautechniker und Leiter einer Versuchsabteilung für Ventile im Rexroth-Werk 2. Als Maschinenschlosser bei der damaligen Firma Mannesmann Rexroth fing er schon 1971 in Lohr an. Just, als Mitarbeiter den Fotoclub gründeten, um Bilder selbst zu entwickeln und abzuziehen: ihre Antwort auf ein Hobby, das seinerzeit teuer war und sich „Photographie“ schrieb.

1980 folgte ein Labor für Farbfotos. „Eine tolle Sache – aber zugleich eine echte Herausforderung“, berichtet Reder grinsend. „Im Stockdunkeln Farbpapiere zu belichten, war richtig schwierig. Kein Wunder, dass die Abzüge oft enttäuschten.“ Die digitale Bildbearbeitung hat das radikal geändert. Maßvoll angewandt, sieht Reder sie als Fortschritt, aber „die Bastelei am PC“ raube auch Zeit.

2 Euro Monatsbeitrag für Austausch auf Profi-Niveau

Trotz des Aufwands machen ihm „Multivisionsshows“ besonderen Spaß, in denen er eigene Fotos mit Musik verbindet. Er führt sie mit den Kollegen vom Fotoclub, der 2 Euro monatlichen Mitgliedsbeitrag verlangt, in öffentlichen Ausstellungen vor. Auch Events hält man in Bildern fest, wie das Firmensportfest mit 1.200 Mitarbeitern im Juni 2012.

Genau hinzuschauen und das Beste aus Motiven herauszuholen, das ist Reders Anspruch. Viele überfordere aber „die digitale Flut“: „Jeder kann Fotos machen, doch die wenigsten können aussortieren.“ Er empfiehlt: „Eigene Bildideen verwirklichen, statt sich vom Zufall überrollen lassen.“

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Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Als Maschinenschlosser wollte ich am liebsten in die Entwicklung. Von dort bin ich stufenweise, zum Beispiel über den Technikerabschluss, Teamleiter geworden.

Was reizt Sie am meisten?

Stetige Verbesserungen. Am tollsten ist, beim Kunden ein Problem zu lösen, weil man Detailwissen zu Systemen und Komponenten hat.

Worauf kommt es an?

Auf Offenheit und kontinuierliches Nachdenken über technische Lösungen. Das lässt einen Entwickler eigentlich nie fertig werden.

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