Ausbildung

Im Ausland eigene Stärken entdecken


Ausbildung auf hohem Niveau – das Beispiel Bosch in Hildesheim

Wenn der angehende Industriemechaniker Roman Spirin von Ungarn erzählt, leuchten seine Augen. Für vier Wochen war er letztes Jahr dort: „Es war einmalig. Wir wurden voll in die Produktion einbezogen.“ Der Auslandsaufenthalt war Bestandteil seiner Ausbildung bei Robert Bosch Hildesheim.

So etwas spricht sich herum. Spirins Kollegin Nicole Steckhan hat diesen Berufseinstieg gewählt, weil auch ihr Bruder hier eine Ausbildung machte. Der Anteil der jungen Frauen dürfte im kommenden Ausbildungsjahr 15 Prozent betragen, weit über Branchenschnitt. Bosch will den Anteil junger Frauen weiter ausbauen.

2012 startet eine „Junior Factory“

Dass die Azubis die Möglichkeit haben, in einem der Bosch-Werke in Ungarn, Spanien, Portugal und demnächst auch in Südafrika Auslandserfahrungen zu sammeln, ist für Ausbildungsleiter Robin Müller ein wichtiger Teil des Konzepts: „Wir sind ja ein internationales Unternehmen.“ Zu den Entwicklungsmöglichkeiten gehört auch das Angebot für Haupt- und Realschüler, parallel zu ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife zu erlangen. Freilich gehe die Zahl der Hauptschüler zurück, während sich mehr Gymnasiasten bewerben.

„Im technisch-gewerblichen Bereich ist es mitunter schwierig, geeignete Bewerber zu finden“, berichtet Müller. „Die Ausbildung wird zunehmend als Einstieg für eine Weiterqualifizierung gesehen.“

Die Azubis besuchen Lehrgänge bei einem neunköpfigen Ausbilderteam. Dieses Jahr will man zudem eine „Junior Factory“ gründen, in der Azubis echte Aufträge bedienen: Fachübergreifend arbeiten sie den gesamten Wertschöpfungsprozess ab, von Materialbeschaffung bis Qualitätskontrolle. „Das ist keine leichtfertige Veranstaltung“, betont der Ausbildungsleiter. „Die Zahlen und die Qualität müssen stimmen.“

Einsatz auch in sozialen Projekten

Angesichts dieses Aufwands steht Müller der Gewerkschaftsforderung nach einer tariflichen Pflicht zur unbefristeten Übernahme kritisch gegenüber. „Dann müssten wir unsere Politik überdenken, insbesondere die Ausbildung über Bedarf. Das könnte bedeuten, dass wir weniger Jugendlichen einen Platz anbieten können.“

Engagierte Ausbildung bedeutet bei Bosch in Hildesheim auch, sich aktiv für gesellschaftliche Belange einzusetzen. Die Azubis arbeiten in gemeinnützigen Projekten mit. Müller: „Wir sehen das als Baustein des langfristigen Unternehmens­erfolgs.“

Peter Blum

Info: Robert Bosch GmbH

Der Standort Hildesheim des weltgrößten Autozulieferers zählt 3.400 Mitarbeiter, darunter gut 180 Azubis. Ausgebildet wird für die Geschäftsbereiche „Car Multimedia“ und „Starter Motors & Generators“ – im technisch-gewerblichen Bereich als Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik und für Geräte und Systeme sowie Industriekaufmann. Möglich ist auch ein kaufmännisches oder technisches duales Studium.

www.bosch.de

 

Dr. Sven Vogt, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands der Deutschen Kautschukindustrie. Foto: Gossmann

Ausbildung auf hohem Niveau – das Beispiel Bosch in Hildesheim

Wenn der angehende Industriemechaniker Roman Spirin von Ungarn erzählt, leuchten seine Augen. Für vier Wochen war er letztes Jahr dort: „Es war einmalig. Wir wurden voll in die Produktion einbezogen.“ Der Auslandsaufenthalt war Bestandteil seiner Ausbildung bei Robert Bosch Hildesheim.

So etwas spricht sich herum. Spirins Kollegin Nicole Steckhan hat diesen Berufseinstieg gewählt, weil auch ihr Bruder hier eine Ausbildung machte. Der Anteil der jungen Frauen dürfte im kommenden Ausbildungsjahr 15 Prozent betragen, weit über Branchenschnitt. Bosch will den Anteil junger Frauen weiter ausbauen.

2012 startet eine „Junior Factory“

Dass die Azubis die Möglichkeit haben, in einem der Bosch-Werke in Ungarn, Spanien, Portugal und demnächst auch in Südafrika Auslandserfahrungen zu sammeln, ist für Ausbildungsleiter Robin Müller ein wichtiger Teil des Konzepts: „Wir sind ja ein internationales Unternehmen.“ Zu den Entwicklungsmöglichkeiten gehört auch das Angebot für Haupt- und Realschüler, parallel zu ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife zu erlangen. Freilich gehe die Zahl der Hauptschüler zurück, während sich mehr Gymnasiasten bewerben.

„Im technisch-gewerblichen Bereich ist es mitunter schwierig, geeignete Bewerber zu finden“, berichtet Müller. „Die Ausbildung wird zunehmend als Einstieg für eine Weiterqualifizierung gesehen.“

Die Azubis besuchen Lehrgänge bei einem neunköpfigen Ausbilderteam. Dieses Jahr will man zudem eine „Junior Factory“ gründen, in der Azubis echte Aufträge bedienen: Fachübergreifend arbeiten sie den gesamten Wertschöpfungsprozess ab, von Materialbeschaffung bis Qualitätskontrolle. „Das ist keine leichtfertige Veranstaltung“, betont der Ausbildungsleiter. „Die Zahlen und die Qualität müssen stimmen.“

Einsatz auch in sozialen Projekten

Angesichts dieses Aufwands steht Müller der Gewerkschaftsforderung nach einer tariflichen Pflicht zur unbefristeten Übernahme kritisch gegenüber. „Dann müssten wir unsere Politik überdenken, insbesondere die Ausbildung über Bedarf. Das könnte bedeuten, dass wir weniger Jugendlichen einen Platz anbieten können.“

Engagierte Ausbildung bedeutet bei Bosch in Hildesheim auch, sich aktiv für gesellschaftliche Belange einzusetzen. Die Azubis arbeiten in gemeinnützigen Projekten mit. Müller: „Wir sehen das als Baustein des langfristigen Unternehmens­erfolgs.“

Peter Blum

Info: Robert Bosch GmbH

Der Standort Hildesheim des weltgrößten Autozulieferers zählt 3.400 Mitarbeiter, darunter gut 180 Azubis. Ausgebildet wird für die Geschäftsbereiche „Car Multimedia“ und „Starter Motors & Generators“ – im technisch-gewerblichen Bereich als Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik und für Geräte und Systeme sowie Industriekaufmann. Möglich ist auch ein kaufmännisches oder technisches duales Studium.

www.bosch.de

 

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