Hidden Champion vom Bodensee

ifm Elektronic: Mit Sensoren weltweit ganz vorn

Tettnang. Sehen kann man die Produkte der ifm-Gruppe im Alltag meist nicht. Dabei sind die Sensoren und Steuerungen in der Industrie fast überall zu finden, in Maschinen ebenso wie in Autotürgriffen oder Aufzugskabinen. „Öffentlich sind wir natürlich nicht so bekannt wie manche Markenartikelhersteller, doch in der Industrie kennt man uns schon“, sagt Steffen Fischer, in der Konzerngeschäftsführung für den Personalbereich zuständig, mit leichtem Understatement.

Denn das Familienunternehmen ist ein Weltmarktführer für Sensortechnik in der Industrie. Ein klassischer Hidden Champion, wie Wirtschaftswissenschaftler sehr erfolgreiche, aber in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Unternehmen nennen.

In Tettnang und Umgebung ist ifm – die Abkürzung stand ursprünglich für „Ingenieursgemeinschaft für Messtechnik“ – aber alles andere als unbekannt. Mit sechs Werken und über 3.000 Mitarbeitern ist die Unternehmensgruppe einer der wichtigsten Arbeitgeber. Weltweit beschäftigt sie 5.000 Menschen.

130.000 Kunden werden in 70 Ländern beliefert

Wenn man Fischer fragt, was es braucht, um ein „versteckter Meister“ zu werden und zu bleiben, nennt er als Erstes die Innovationsfähigkeit, den Erfindungsreichtum. 600 Ingenieure und Techniker beschäftigt ifm alleine am Bodensee in der Forschung und Entwicklung. „Wir haben es als Mittelständler 2012 unter die 50 deutschen Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen geschafft“, betont er. Dort tummeln sich sonst fast nur Großkonzerne wie Daimler, Bosch oder ZF.

Doch das ist nur ein Teil des Erfolgsgeheimnisses. „Nah bei den Kunden sein“, nennt Martin Buck einen zweiten. Seit er und Michael Marhofer 2001 von ihren Vätern die Führung der Firmengruppe übernommen haben, haben sie die Zahl der Vertriebsniederlassungen fast vervierfacht. Inzwischen werden Sensoren und elektronische Systeme nicht nur im Ausland verkauft, sondern auch gebaut und entwickelt, um die besonderen Anforderungen in Asien oder den USA besser erfüllen zu können.

Und nicht zuletzt trägt die Unternehmenskultur einen wesentlichen Teil zum dauerhaften Erfolg bei, ist Personaler Fischer überzeugt. „Familienunternehmen ticken anders als Konzerne“, sagt er. So habe ifm zwar erst jüngst die Produktion einiger Bauteile nach Polen verlagert, weil sie aus Kostengründen am Bodensee nicht mehr rentabel gewesen sei. Doch alle betroffenen Mitarbeiter hätten Stellen in anderen Unternehmensbereichen in der Region angeboten bekommen.

Und so soll es auch in Zukunft bleiben. Denn die ifm-Firmengruppe wird am Bodensee nicht kleiner. „Das Wachstum findet schwerpunktmäßig aber stärker international statt“, erklärt Fischer. Das sei notwendig, um nah genug an den rund 130.000 Kunden aus über 70 Ländern zu sein – und um dauerhaft ein Hidden Champion zu bleiben.


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