Aha-Erlebnis auf Europas größter Technikschau

IdeenExpo: Spannende Experimente bringen Schülern Kautschuk nahe

Hannover. Voll Tatendrang zieht sich Andreas Last Handschuhe an und setzt das heiße Messer an den Reifen. Gemeinsam mit Azubi Ertugrul Örs von Goodyear Dunlop Tires will der Elftklässler das Profil in den Pneu schnitzen. Einen Moment hat er zu lang draufgehalten, schon stinkt es nach verbranntem Gummi. „Bei den Azubis sieht das so einfach aus. Mir fehlt wohl Geschick – und Übung“, gesteht der 18-jährige Schüler aus Lachendorf im Landkreis Celle.

Er hat die Chance zum Ausprobieren genutzt, die ihm die Kautschuk-Industrie auf der IdeenExpo, Europas größter Technikschau für Jugendliche, Anfang Juli geboten hat. „Auf 230 Quadratmetern präsentiert sich die Branche bunt, lebendig und zum Anfassen“, sagt Elke Peters, Sprecherin des Kautschukverbands ADK.

Die Jugendlichen wählten die richtigen Rohstoffe aus – und es entstand ein hüpfender Flummi

Steht beim Reifenhersteller Goodyear Dunlop Tires das Testen der Fingerfertigkeit im Vordergrund, so ist im „Kautschuklabor“ des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie Experimentierfreude gefragt. Kittel an, Schutzbrille auf – und schon werden junge Besucher zu Laboranten.

So wie Maxine Vischer und Julia Egberink. Vorsichtig geben die Elftklässlerinnen aus Nordhorn Magnesiumchlorid in Latexmilch. Während sie umrühren, scheidet die Milch Kautschuk ab, ein weißer Klumpen entsteht. „Flüssigkeit wird zu einem festen Stoff, der sogar springen kann“, staunt Julia Egberink. Aha-Effekte wie diese bleiben in Erinnerung und machen den Werkstoff Kautschuk greifbar.

Welche Mischung braucht es, um aus einem Gummiball einen hüpfenden Flummi zu machen? Das erfahren die Besucher bei KKT Frölich aus Osterode. Die Auszubildenden helfen dabei, aus einer Reihe von Rohstoffen die richtigen Zutaten auszuwählen.

Auf die Zusammensetzung kommt es auch bei Autoreifen an. Bis zu neun Bauteile und doppelt so viele Produktionsschritte sind für das Entstehen nötig. Eine Schicht können Besucher selbst herstellen, angeleitet von Pirelli-Azubis. „Für die IdeenExpo habe ich extra einen Extruder gebaut. Damit lässt sich Kautschuk in Form pressen“, sagt der angehende Zerspanungsmechaniker Robin Friedrich stolz. Auch die Azubis von Mapa haben ihr Exponat selbst gebaut: ein Gerät, das die Qualität von Kondomen mit der elektronischen Dichtheitsprüfung kontrolliert und testet, ob das „Gummi“ auch wirklich lochfrei ist.

Die Experimente sind perfekt, um den Nachwuchs auch auf die Berufschancen der Branche aufmerksam zu machen. Ein guter Grund für die Kautschuk-Firmen, wieder Schulen ihrer Region einzuladen. Am Kautschuk-Stand begrüßte sie ein Filmstar: Batman im Fledermauskostüm. Auch das ist natürlich aus Latex.

So viele Besucher wie noch nie

  • Mit 351.000 Besuchern erzielte die IdeenExpo, Europas größtes Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik, erneut einen Rekord.
  • Über 600 Mitmach-Exponate und 650 Workshops wurden geboten. „Wir stehen für eine einmalige Kombination aus Wissensvermittlung, Animation und Spaß an Naturwissenschaften und Technik. Das ist unser Erfolgsgeheimnis. Und 2017 geht’s weiter“, so Volker Schmidt, ADK-Hauptgeschäftsführer und Aufsichtsratschef der IdeenExpo.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang