Innovation

Ideen am laufenden Band


Schmierstoff-Spezialist Zeller+Gmelin bringt ständig Neues

Eislingen. Schmierstoff ist nicht gleich Schmierstoff. Das merkt man schon, wenn man in der Tankstelle das richtige Mo­toröl  sucht.  Für  die  Indus­trie ist das noch komplizierter. Ihre Schmierstoffe müssen sich mit bestimmten Materialien vertragen. Sie sollen sich lange wiederverwenden lassen. Und dürfen das Weiterverarbeiten nicht erschweren.

Deshalb tüfteln Mitarbeiter der Firma Zeller+Gmelin im schwäbischen Eislingen an der Fils unermüdlich an neuen Schmierstoffen. Mehr als 700 Produkte hat die Sparte Indus­trieschmierstoffe im Angebot! Dennoch bringt der Hersteller ständig Neues heraus.

„Einen Kanister hinstellen, das können viele“, sagt Ge­schäfts­führer An­dre­as Mahlich. „Wir sind darauf spezialisiert, schwierige technische Probleme zu lösen.“ So si­chert der Betrieb seine Zu­kunft. Und landete 2008 zum dritten Mal beim Wett­bewerb „Top 100“ un­ter den 100 innovativsten Mittelständlern in Deutschland.

Neuer Schmierstoff kommt an

In den neuen Produkten steckt ein immenser Aufwand: „Bevor der erste Tropfen Schmierstoff fließt, hat er einen sehr langen Entwicklungsprozess hinter sich“, erzählt Mahlich mit Blick auf die bis zu 4000 Rohstoffe.

Etwa 7,5 Millionen Euro investiert die Firma jährlich in die Forschung, das  sind  bis  zu 10 Prozent vom Umsatz. Jeder fünfte Mitarbeiter erforscht und entwickelt Neues.

 

Die Früchte erntet der Mittelständler meist erst Jahre später. Doch der Aufwand lohnt sich: So hat Zeller+Gmelin zum Bei­spiel vor ein paar Jahren einen neuen Trockenschmierstoff für die Auto-Industrie entwickelt. Aluminiumhersteller und auch erste Stahlunternehmen bauen darauf.

Wofür er gut ist? Mit dem Trockenschmierstoff behandelt man flache Metallbänder, wickelt sie dann zu großen Rollen („Coils“) auf und transportiert sie so zu den Presswerken, wo sie zu Karosserie-Teilen um­geformt werden.

Der Schmierstoff schützt die Coils während des Transports vor Rost und erleichtert später das Umformen.

Die neue Mischung habe „gravierende Vorteile“, erklärt Rolf Zimmermann, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung: Sie verteile sich gleichmäßig und gleichbleibend in der Stahlbandrolle, sei sparsam, vertrage sich beim Weiterverarbeiten mit Lacken und Klebern und er­spare Wasch-Prozesse. „Das Produkt war ein durchschlagender Er­folg“, so Zimmermann.

Neuheiten bringen Großteil vom Umsatz

Kein Wunder also, dass 2007 zum Beispiel 82 Prozent vom Firmen-Umsatz auf das Konto von Entwicklungen ging, die nicht älter als fünf Jahre sind. Im gleichen Jahr entwickelte Zeller+Gmelin 107 Produkte neu oder weiter.

Viele Ideen kommen von den Mitarbeitern: Vorschläge zu  machen, gehöre zur Firmenkultur, sagt Mahlich. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Barbara Auer

 

Info: Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG

Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 800 Mit­arbeiter, davon 450 am Hauptsitz in Eislingen, und setzt etwa 180 Millionen Euro im Jahr um. Neben Industrieschmierstoffen stellt es Schmierstoffe für die Auto- und Bau-Industrie, Land- und Forstwirtschaft her. Weitere Produkte sind Druckfarben, etwa für die Verpackungsindustrie.

www.zeller-gmelin.de

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