Nachwuchs

Idee mit den Pins war ein Volltreffer


Ausbildungsstart in der Kautschuk-Industrie

Osterode. Mit Bowling hatte Elena Ernst bislang nicht viel im Sinn. Seit August ist sie in der Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin bei der Jäger Automobiltechnik GmbH (850 Mitarbeiter). Sie erfährt aber jetzt, dass Bowler von Pins statt vom Kegel sprechen. Und dass sie auf den satten Klang achten, wenn die Kugel den Bauch des Pins berührt. Dass der Pin genau 381 Millimeter hoch und 1.550 Gramm schwer sein muss.

„Eine gute Ausbildung“, sagt Geschäftsführer Andreas Jäger, „wird für unsere Mitarbeiter immer wichtiger. Wir investieren regelmäßig in die Verbesserung unserer Ausbildung. Wer einmal an Bord ist, der sollte möglichst sein ganzes Berufsleben bleiben.“

Jäger ist ein typisches Familienunternehmen. Vorausschauende Weichenstellungen sind wichtig. Nicht das schnelle Geschäft, sondern möglichst langfristige Kundenbeziehungen gehören zur Philosophie. Und dazu benötigt das Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter.

Berufsmesse als Vermittler

Kürzlich präsentierte sich Jäger Automobiltechnik auf einer Berufsmesse in Osterode (Harz). Da waren junge Leute unter sich. Die Azubis erklärten den Schülern das Unternehmen, berichteten, was sie selbst dort machen und wie man eine Lehrstelle bekommen kann.

Diese Messetage bringen den Auszubildenden eine ganze Menge. „Sie lernen dadurch Dinge, die über das rein Fachliche hinausgehen. Sie trainieren, wie man das Unternehmen nach außen vorstellt“, sagt Ausbilder Jörg Fedder.

 

Der Arbeitsmarkt ändert sich

Für Geschäftsführer Andreas Jäger ist klar: „Es ist nicht nur das Gehalt, weshalb sich Menschen bei dem einen oder anderen Unternehmen bewerben. Wir bekommen immer mehr einen Arbeitnehmermarkt, auf dem sich die Qualifizierten die Angebote aussuchen können.“

Die in der dritten Generation geführte Jäger-Unternehmensgruppe ist als weltweit agierender Partner im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau, in der Umwelt- und Agrartechnik sowie in der Erdöl-Förderung zu Hause.

„Wir sind ein Nischenspezialist. Uns reizen besondere Herausforderungen“, sagt Jäger. Dazu zählt auch die Fertigung von Bowling-Pins.

Vor mehr als 30 Jahren hatte sein Vater Arnold Jäger die Idee, Bowling-Pins aus Vollkunststoff herzustellen. Damals unvorstellbar, denn Pins mussten für Experten aus uraltem, langsam gewachsenen, nordischen Ahornholz sein.

Jäger hat längst bewiesen, dass es auch mit Vollkunststoff geht. Längst rechnet sich eine automatisierte Fertigung. Die neue Auszubildende Elena Ernst sagt: „Beim nächsten Bowlen werde ich auf die Pins genauestens achten.“


 

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