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„Ich werd Ingenieurin!"

Eine Messe in Wiesbaden macht Lust auf Naturwissenschaften

Wiesbaden. Jana Kremer (18) ist eine ungewöhnliche junge Frau. Eine, die man in Unternehmen lieber heute als morgen einstellt. Sie ist klug, engagiert, liebt Naturwissenschaften und Technik und möchte In­genieurin werden. Da hat sie freie Auswahl: Bundesweit gibt es 95.700 offene Stellen, so der Verein Deutscher Ingenieure.

In ihrer Freizeit hat Jana mit Klassenkameraden gerade ein „Hydro-Mobil“ gebaut. Ge­konnt präsentieren die Gymna­siasten der Edertalschule in Frankenberg ihren flotten Flitzer bei der „MINT-Messe“ im Hessischen Landtag in Wiesbaden. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Jens Zissel (19) zeigt stolz auf den roten Renner: „Der macht seinen Strom selber und schafft 17 Kilometer die Stunde“, er­zählt er.

24 Schulen zeigen ausgefallene Ideen

Möglich macht’s der Brennstoffzellen-Antrieb. Das Prinzip ist einfach: Im Tank steckt Wasserstoff. Der reagiert mit Sauerstoff kontrolliert zu Wasser. Da­bei entsteht Strom, der den Motor antreibt. „Aus dem Auspuff kommt statt Ab­gas nur Wasserdampf. Das ist total umweltfreundlich“, findet Pa­t­rick Inacher (18). Auch Jana ist begeistert: „Wenn solche Autos mal auf den Markt kommen, dann kaufe ich mir eins!“

Mit Projekten wie diesem will der Veranstalter – die Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft Hessen – junge Leute für Naturwissenschaften begeis­tern. Gleich 24 Schulen aus Hessen überbieten sich bei der Messe mit ausgefallenen Ideen. Noch mehr Beispiele gefällig? Bitte sehr:

Mit einer Biogas-Modellanlage zeigen Dragana Gerovac (18), Jan Wasiak (17) und Daniel Luft (17) von der Goetheschule Neu-Isenburg, wie man aus Unkraut Energie gewinnt: „Wir füllen Knöterich in Pet-Flaschen“, er­läutert Dragana. Gemischt mit Stärke, Pansen, Wasser und bei 37 Grad Wärme beginnen fleißige Bakterien, die Zellulose um­zubauen. „Nach einer Woche haben wir Methan, also Biogas“, sagt Jan stolz.

Und noch ein „dufte“ Projekt: Die moderne Seifensiede­rei der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. Ganz professionell vermarkten Maike Jungmann (12), Theresa Gotthard (12) und Ina Suske (12) ihre kleinen, nach Lavendel riechenden Kunstwerke. Gut drei Monate brauchen sie, um aus Öl, Natronlauge und Wasser selber Seife herzustellen: „Frü­her hat man dazu Pottasche und tierisches Fett genommen. Das gibt’s heute nicht mehr“, erzählt Ina.

Physik-Show holt den ersten Platz

Für ihr Projekt gab’s einen Sonderpreis von 500 Euro, gestiftet vom Konsumgüter-Hersteller Procter & Gamble in Schwalbach.

Den „MINT Award 2008“, also den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis, holten sich übrigens die Schüler der Ge­samtschule Gießen Ost mit ihrer Show „X3-GameZ“. Die interaktive Vorführung zeigt, wie faszinierend Physik sein kann.


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Schlagwörter: Personalpolitik

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