Kosmetik

Ich hab die Haare schön


Procter & Gamble stellt im Vogtland Färbemittel her

Rothenkirchen. Das lässt Frauenherzen höher schlagen: Haarfarben in Hülle und Fülle. Rot, Blond, Braun in allen Schattierungen sowie sattes Schwarz. Selbst Grün- und Blautöne gibt es.

In Drogerien und Supermärkten finden sich ganze Regalmeter mit Haarfarben. Die riesige Auswahl wird gebraucht: Nach Schätzung von Experten nutzen gut 40 Prozent der Frauen in Industrieländern diese Art der Verschönerung. Und auch Herren helfen ihrem Outfit nach.

100 Millionen Farbtuben

Für einen Teil des bunten Angebots ist Elke Feierabend verantwortlich. Sie leitet das Werk von Procter & Gamble in Rothenkirchen (sächsisches Vogtland), das mit 370 Mitarbeitern alle Haarfarben-Marken des Konzerns für den Weltmarkt herstellt: Wella, Londa, Koleston, Sassoon und Colour Touch.

„Wir produzieren mehr als 500 verschiedene Haarfarben für rund 70 Länder der Welt“, berichtet Feierabend. Ihre Mitarbeiter mischen aus Ölen, Wachsen, Ammoniak, Farbstoffen und weiteren Zutaten Hunderte Rezepturen. Je nach Bedarf, so wie die Kundschaft es verlangt.

„Wir können unsere Produktion sehr flexibel auf die wechselnden Farbtrends einstellen“, so die Werkleiterin. Mit Farben allein ist es dabei nicht getan. Damit das Bunt auf dem Kopf lange hält, sind sogenannte Deve­loper und Conditioner nötig. „Die bereiten das Haar auf die Färbung vor und schützen anschließend die Farbe“, erklärt Feierabend.

Auch die werden in Rothenkirchen hergestellt und abgefüllt. In der Packung für den Verbraucher steckt zudem ein Paar Handschuhe, damit nur die Haare farbig bleiben.

Pro Jahr verlassen etwa 100 Millionen Tuben Haarfarbe das Werk, in der Kleinpackung für Verbraucher oder im Großpack für die Profis beim Friseur. Damit alles passend ankommt, ist eine ausgefeilte Logistik im Werk nötig: „Wir haben etwa 5.000 verschiedene Packmaterialien“, weiß Feierabend. Diese große Menge kommt bei 30 Sprachen, 70 nationalen Vorschriften und 500 Haarfarben schnell zusammen.

Jetzt will Procter & Gamble den Materialfluss in dem Werk weiter verbessern. Denn zum Teil liegen Labors, Lager und Tanks noch verstreut auf dem Gelände. „Dazu investieren wir rund 15 Millionen Euro in neue Hallen, Maschinen und Labors“, berichtet Feierabend. „Und zwar bei laufender Produktion.“

Produktion mit grüner Energie

Darüber hinaus plant der Konzern Procter&Gamble für den traditionsreichen Standort im Vogtland ein neues Energiekonzept. Wo vor 131 Jahren Franz Ströher die Wella gründete und später die DDR Haarfarben für den Ostblock herstellte, soll die Energie in etwa drei Jahren weitgehend aus erneuerbaren Quellen kommen.

Vier große Windräder sind für den Strom in Planung, ein Blockheizkraftwerk soll mit Abwärme aus der Produktion und eventuell Holzpellets für Dampf und Wärme sorgen. Werkleiterin Feierabend ist überzeugt: „Wir können hier mit grüner Energie produzieren. Das ist machbar und stabilisiert zudem unsere Energiekosten.“

 

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