Chemie-Dienstleister

Ibu-tec hilft anderen Unternehmen, wenn es schwierig wird

Weimar. „Jetzt kann’s losgehen“, sagt Peter Bantke und verschließt den Mischer der wie neu glänzenden Anlage. „Das ist etwas ganz Besonderes, ein Pulsationsreaktor“, sagt er. „Darin stellen wir mit pulsierenden Heißgasströmen Pulver her, mit exakt definierten Eigenschaften.“

Doch was er heute produziert, verrät Bantke nicht. Auch im Labor und im Vertrieb des Chemie-Unternehmens Ibu-tec advanced materials gibt man sich in dem Punkt zugeknöpft. Das hat seinen Grund: Die Weimarer Spezialisten arbeiten fast ausschließlich für andere Firmen.

Sie produzieren in deren Auftrag kleine und mittelgroße Mengen, sie entwickeln und verbessern Produkte und Verfahren, sie legen Produktionsanlagen aus und beraten Kunden bei der Verwirklichung ihrer Projekte.

„Das verurteilt uns oft zum Schweigen“, berichtet Ulrich Weitz, der Inhaber und Chef des Unternehmens. „Aber in dieser Nische sind wir erfolgreich.“

Wie ein aktuelles – und nicht mehr geheimes – Beispiel belegt: Zusammen mit dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat der Mittelständler ein Verfahren zur Reife gebracht, um ein neues Kathoden-Material für Lithium-Ionen-Batterien herzustellen. Solche Hightech-Batterien werden etwa für Elektroautos benötigt. Für den Markteinstieg produziert Ibu-tec nun zunächst 3.000 Tonnen Kathoden-Material pro Jahr.

„Wir verringern das Entwicklungsrisiko für unsere Kunden“

„Mit unserem Qualitätsmanagement konnten wir BASF überzeugen“, sagt Weitz. Da war der Weltkonzern unerbittlich, ein Audit folgte aufs andere. „Wir haben alle supergut bestanden.“

Entscheidend war auch das spezielle Know-how in der Drehrohrofen-Technologie. In solchen Anlagen verwandeln sich die Ausgangsstoffe bei bis zu 1.500 Grad langsam in neuartige Produkte. Thermische Prozesse sind die Spezialität der Thüringer. Dazu gehören auch die Prozesse in Pulsationsreaktoren – die blitzschnell ablaufen. Diese Technologie wurde hier erfunden und ist weltweit patentiert, berichtet Weitz.

Mit beiden Verfahren fertigt Ibu-tec im Auftrag etwa Katalysator-Pulver für Autos oder Luftreinigungsanlagen, Vorstoffe für Biokeramiken, neue Materialien oder Funktionschemikalien.

Als Weitz vor 14 Jahren die aus einem Forschungsinstitut hervorgegangene Forschungsfirma kaufte, hatte sie 20 Beschäftigte; der Umsatz stagnierte bei 1 Million Euro. Den Ingenieur überzeugten das Wissen der Mitarbeiter, die Technologie und der Standort. 20 Millionen Euro wurden seither investiert; das Geschäftsmodell der Auftragsentwicklung erwies sich als zugkräftig. „Auf unseren Spezialgebieten lösen wir schwierige Aufgaben und verringern so das Entwicklungsrisiko der Kunden.“ Mit knapp 130 Mitarbeitern setzte Ibu-tec letztes Jahr 11 Millionen Euro um.


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