Standort

Huckepack als Erfolgsmodell


Bayer bietet gegenseitigen Nutzen

Bitterfeld. Eine grün-weiße Packung nach der anderen saust an Hartmut Dreissig vorbei. Ihr Inhalt: Aspirin®-Tabletten, die Bayer schon seit mehr als 110 Jahren erfolgreich verkauft.

Der Anlagenfahrer lässt nur die makellosen Verpackungen passieren. „Wir prüfen immer wieder“, so Dreissig, „damit nur 100 Prozent Qualität geliefert wird.“

Wenn es bei Dreissig flutscht, wurde an allen Stationen der Produktionskette beste Vorarbeit geleistet. Gewissermaßen „huckepack“ setzt sich die gute Arbeit zusammen. Genau so funktioniert auch der Bayer-Industriepark Bitterfeld.

Logistik und Sicherheit für alle

„Wir haben eine ganze Reihe an Standortvorteilen, die uns hier so wettbewerbs-fähig machen“, sagt Geschäftsführer Christian Schleicher. Eine Spitzen-Belegschaft etwa (500 Mitarbeiter), neueste Technologie, attraktive Produkte.

Die andere Seite der Medaille heißt Kosten sparen. In den letzten Jahren ist aus der Produktionsgesellschaft mit mehreren Werken ein 53 Hektar großer Industriepark mit etlichen Firmen geworden.

„Bayer Bitterfeld als Industriepark-Betreiber bietet den anderen Firmen alle nötigen Dienstleistungen“, erläutert Schleicher, „nur produzieren müssen sie selber.“

Das Konstrukt funktioniert: Lanxess stellt Ionenaustauscher her, Dow Wolff Methylcellulose, Viverso macht Lackharze und HiBis hochwertige Bisphenole. Personalabteilung, Ausbildung, Logistik, Sicherheit und zum Teil sogar den Einkauf übernimmt bei Bedarf Bayer Bitterfeld.

„Wir brauchen diese Bereiche sowieso“, erklärt Schleicher, „nutzen wir sie für alle Unternehmen, dann spart das allen jede Menge Kosten.“ Auch seinem Betrieb: Der hat im vergangenen Jahr 7,6 Milliarden Tabletten produziert. Gut die Hälfte davon war Aspirin®. Die Produkte gingen in mehr als 50 Länder.

Mit dem Geschäft 2009 (500 Millionen Euro Umsatz) ist Schleicher entsprechend zufrieden: „Wir haben alle Ziele erreicht und liegen auch 2010 wieder auf sehr gutem Kurs.“ Ende des Jahres geht eine neue Anlage für die Produktion eines brausepulverartigen Aspirin® in Betrieb.

Gemeinsam eine Lösung finden

Knapp fünf Hektar sind im Industriepark noch frei. Neue Partner sind willkommen. Wie aktuell Lanxess. die nach einer europaweiten Ausschreibung Bitterfeld als günstigsten Standort erkannte.

Es entsteht ein Chemiewerk mit rund 200 Arbeitsplätzen für Entwicklung und Produktion der sogenannten Membran-Filtrationstechnologie. Die Produkte sollen die Wasser-Reinigung revolutionieren.

Stichwort Kosten: Im Augenblick ist die Übernahme der 38-Stunden-Woche in der Nordostchemie in der Diskussion. Eine Gefahr? „Wir verlieren einen Vorteil“, gibt Schleicher zu bedenken. Auch im Westen arbeiteten viele Firmen außertariflich 40 Stunden. „Aber Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden gemeinsam eine passende Lösung finden. Wir haben ja das gleiche Ziel: Die Erhaltung unserer Arbeitsplätze.“

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