Ausbildung

"Hört sich doch cool an"


Klingt gut und ist begehrt: Der IT-Systemelektroniker ist in der Hitliste attraktiver Berufe sehr beliebt. Fachleute wissen: Berufsbezeichnungen entscheiden bei Jugendlichen über die Berufswahl. Foto:

Lehrberufe sind für die Jugend wie eine Visitenkarte

Hildesheim. Der 17-jährige Frank ist ein kontaktfreudiger junger Mann. Gesprächig, aufgeschlossen, hat Spaß am Umgang mit Menschen. Hohe soziale Kompetenz also und auch unter Stress belastbar. Mit seinem guten Realschulabschluss rechnet er sich reelle Chancen auf eine Lehrstelle aus. „Mediengestalter oder so, das wärs doch.“

Als ein Berufsberater vorschlägt, sich wegen der besseren Stellenlage als „Informations- und Telekommunikationselektroniker“ zu bewerben, ist er entsetzt: „Total uncool.“

Spannung weckt Interesse

Diese Szene ist beispielhaft und zeigt: Der Name macht’s. Und Experten sagen: Obwohl beide Jobs ziemlich ähnlich sind, bringt der Elektroniker bei den Jugendlichen sofort das Bild einer eintönigen Arbeit auf, bei der sie nur an PCs schrauben. Nur Berufe, die sich spannend anhören, wecken das Interesse.

Wissenschaftler fanden bei einer Befragung von rund 900 Schülern heraus, dass Berufsbezeichnungen eine hohe Signalfunktion haben.

Jugendliche lesen sie wie Hinweisschilder: Was erwartet mich im Beruf? Das wird oft zum Problem für traditionelle Berufe, weil ihre Bezeichnungen falsch interpretiert werden.

Die Schulabgänger versuchen, die „Belastung Lehrstellensuche“ auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Deshalb halten viele die Zahl der infrage kommenden Berufe überschaubar.

Ganz wichtig: Eine coole Berufsbezeichnung ist wie eine Visitenkarte der eigenen Persönlichkeit. Mediengestalter für Digital- und Printmedien – das hört sich toll an, lässt auf einen intelligenten und erfolgreichen Menschen schließen.

Olaf Brandes, Bildungsexperte beim Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall rät, dass jede neue Berufsbezeichnung, die durch neue Ausbildungsordnung entsteht, auf ihre Chancen bei den Jugendlichen überprüft werden sollte.

Dabei solle auch der Geschmack der jungen Damen berücksichtigt werden: „So könnten mehr Frauen für männerdominierte Berufe gewonnen werden.“ 

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