Zulieferer für den Motorsport

Hör Technologie ist so schnell wie die Formel 1

Mitterteich. In der Formel 1 geht es ganz schnell – nicht nur auf der Rennstrecke. Tempo, Tempo heißt es auch, wenn die Konstrukteure der Boliden neue Bauteile brauchen.

„Da kommt schon mal am Freitagabend ein Anruf vom Mercedes-Team“, erzählt Dietmar Wohlfart, geschäftsführender Gesellschafter der Hör Technologie GmbH in der Oberpfalz. „Und dann fertigen wir am Wochenende zum Beispiel eine neue Zahnradwelle für das Getriebe.“

Hör zählt zu den Top-Adressen der Rennsport-Zulieferer. Für die Formel 1 genauso wie für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, die berühmte Wüstentour „Rallye Dakar“ und etliche andere Wettbewerbe.

Im Stammwerk in Weiden und im 30 Kilometer entfernten Werk Mitterteich (insgesamt 250 Mitarbeiter) entwickelt, konstruiert und produziert Hör Motor- und Getriebeteile – auch für Straßenautos, Motorräder, Hubschrauber und Flugzeuge. Zudem stecken Zahnräder und Wellen des Unternehmens in Industrie-Maschinen. Auf der Kundenliste stehen unter anderem Audi, BMW und Porsche.

In der Formel 1 versorgt Hör außer Mercedes noch ein weiteres Team sowie Zulieferer für vier andere Rennställe. „Die Namen dürfen wir aber nicht verraten“, sagt Wohlfart.

Die Ansprüche im Motorsport seien extrem hoch, betont er. Oft geht es um die Genauigkeit von einem tausendstel Millimeter – Präzision ist hier alles. „Das ist eine unserer Stärken.“

Auf die Frage nach dem Erfolgsrezept antwortet der Geschäftsführer: „Unsere Mitarbeiter – mit ihrem Know-how und ihrer enormen Erfahrung!“ Fast die Hälfte der Belegschaft sind Facharbeiter (vor allem Zerspanungsmechaniker), Meister, Techniker und Ingenieure.

„Es geht darum, das letzte Gramm auszureizen“, erklärt Helmut Schneider, der technische Leiter des Unternehmens. Weniger Gewicht bedeutet weniger Kraftstoffverbrauch – und damit mehr Kilometer auf der Piste mit einer Tankfüllung, also weniger Stopps.

Gleichzeitig muss das Material so robust sein, dass ein Getriebe fünf Rennen durchhält. Hör verwendet deshalb Hochleistungsmetalle und veredelt sie, macht sie in Spezialöfen noch härter.

Jetzt fiebern die Mitarbeiter des Unternehmens wieder mit ihren Favoriten in der Formel 1: Die neue Grand-Prix-Saison startete am 16. März in Australien – mit einem Sieg des Mercedes-Piloten Nico Rosberg.


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