Anekdoten

Hitler-Tagebücher, Goldmünzen, Weltklassefußball: Spannende Firmen-Geschichten von Bayer-Mitarbeitern


Leverkusen. Liebe geht durch den Magen, sagt der Volksmund. Wertschätzung für die Belegschaft auch: So feierten jüngst – eingeladen vom Management – 111.000 Bayer-Beschäftigte rund um den Globus mit einem Festessen den 150. Geburtstag des Chemiekonzerns. 200 Mitarbeiterteams wiederum spielten ihre Version des Jubiläumssongs „A better life“ ein. Die Beschäftigten sind stolz auf „ihren“ Konzern: Zum Jubiläum erzählen viele in ihrer schönsten Firmengeschichte davon. Über 1.200 Storys schickten sie ans Unternehmen.

Zum Beispiel die von der sozialen Ader des früheren Bayer-Chefs Carl Duisberg. Der Generaldirektor – so hieß das damals – besuchte um das Jahr 1900 eines Morgens zum Frühstück den Oberheizer Karl Zöll im Kraftwerk Leverkusen. Er plauderte mit ihm über die Familie, die nahende Geburt des nächsten Kindes und ging wieder.

Als Zöll sich Kaffee nachschüttete, fand er unter der Kanne eine Goldmünze „im Wert eines Monatslohns“, erzählt Zölls Urenkelin Michaela Duisberg, die bei der Bayer-Tochter Currenta arbeitet. „Das Goldstück konnte nur der Chef dorthin gelegt haben.“ So ging früher Fürsorge für Mitarbeiter.

Inzwischen gehört dazu die Rücksichtnahme auf verschiedene Nationalitäten. Als Cemile Karagoez 1983 eine Ausbildung zur Bürokauffrau startete, musste sie am ersten Tag hungern. Sie war die erste türkische Auszubildende im Werk, und bei ihrer ersten Bewirtung war man nicht auf Muslime eingestellt. Heute sei das selbstverständlich, schreibt sie: „Bayer ist nicht nur ein Arbeitgeber, sondern eine Lebenseinstellung.“

Auch Außendienstmitarbeiter Willi Bischofsberger dürfte das so sehen. Im Jahr 2000 mähte er ein riesiges Bayer-Kreuz und ein Labyrinth in ein Maisfeld in der Schweiz. „Binnen weniger Monate kamen 8.000 Menschen“, erzählt er. Selbst vom Flugzeug aus waren die neun Meter großen Buchstaben zu sehen. „Das erregte in der ganzen Schweiz Aufmerksamkeit.“

Europaweites Aufsehen ermöglichte 1988 eine Aktion von Bayer-Pensionär Willi Gierlich. Für das entscheidende Spiel der Werkself im Finale des Uefa-Cups (heute Europa League) beschafften er und ein Kollege Fähnchen, Schnarren und Rasseln für die Zuschauer. Nach einer 0:3-Klatsche im Hinspiel bei Espanyol Barcelona trieben die Fans die Bayer-Elf so zum 3:0. Es kam zum Elfmeterschießen – auf das Tor mit der Bayer-Bandenwerbung. Geschätzter Werbewert: über 2 Millionen Euro. Und den Pokal holte Bayer auch.

Chemiker Günter Schmitz brachte das Bundeskriminalamt auf eine entscheidende Spur

Weniger bekannt ist dagegen, dass Bayer-Chemiker Anfang der 80er-Jahre dem Bundeskriminalamt halfen, die vom Magazin „Stern“ präsentierten Hitler-Tagebücher als Fälschung zu entlarven. Günter Schmitz und sein Chef hatten damals gerade eine Analysemethode für optische Aufheller entwickelt. „Wir konnten zeigen, dass die im Papier der Tagebücher verwendete Substanz erst nach der Hitler-Zeit in den Handel kam.“

Ein Papier war es auch, das Pietro Currado vom Pharma-Vertrieb in Italien überraschte. Darauf hatte sein kleiner Sohn das erste Wort gekritzelt. „Bayer“ stand da zur Überraschung der Eltern zu lesen. So hatte es der kleine Damiano auf vielen Prospekten in der Wohnung gesehen. Heute studiert Damiano Medizin.

Die Storys finden Sie unter bit.ly/bayer-geschichten

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