Weltall

Himmelsbote fertig zum Abflug


Raumtransporter „Johannes Kepler“ versorgt Internationale Raumstation ISS und kehrt nie mehr zurück

Bremen. Atemberaubende Begegnung 400 Kilometer über der Erde. Mit 28.000 Stundenkilometern rasen der unbemannte Raumtransporter „Johannes Kepler“ und die Internationale Raumstation ISS um die Erde. Am 15. Dezember wird es zum Rendezvous der beiden kommen.

Dann dockt das Automated Transfer Vehicle (ATV) – rund 20 Tonnen schwer und so groß wie ein Doppeldeckerbus – auf den Zentimeter genau am russischen Zwesda-Modul der Raumstation an.  

„Johannes Kepler“ wird das zweite Raumfahrzeug sein, das dieses Kunststück vollbringt, nach „Jules Verne“ am 3. April 2008. Beide Raumtransporter sind Produkte der Bremer Weltraumschmiede Astrium.

Raketen-Start in Französisch-Guayana

Im Auftrag der Weltraumorganisation ESA arbeiten die Bremer seit 1998 an der Entwicklung und Produktion der ATVs.

Baubeginn des jetzt abgelieferten Transporters „Johannes Kepler“ war im August 2007. Bis 2015 wird Astrium drei weitere Transporter produzieren. „Der europäische Raumtransporter ATV ist eines der größten und technologisch anspruchsvollsten Raumfahrzeuge, die jemals in einem europäischen Gemeinschaftsprojekt entwickelt worden sind“, sagt Michael Menking, bei Astrium für Orbitale Systeme und Exploration verantwortlich.

Insgesamt sind 30 Partner in zehn Ländern beteiligt. Die Verantwortung für Produktion und Betrieb dieses ATV2 liegt in Bremen.

Ende April wurde „Johannes Kepler“ auf ein Spezialschiff verladen und zum Weltraumbahnhof Kourou nach Französisch-Guayana in Südamerika transportiert. Dort werden letzte Arbeiten vorgenommen und das Modul auf die Oberstufe einer Ariane-5-Rakete gesetzt, die es ins All trägt.

Der Raumtransporter versorgt die ISS-Besatzung mit Treibstoff, Lebensmitteln und Forschungsinstrumenten.

Arbeit am dritten Transporter begonnen

Zudem hebt er die Raumstation um bis zu 30 Kilometer an. Damit wird verhindert, dass die ISS zur Erde absinkt. Schließlich wird „Johannes Kepler“ mit dem Restmüll der Station zurück in Richtung Erde geschickt. Das Raumfahrzeug manövriert sich selbst aus dem Orbit und wird über dem Südpazifik in der Erdatmosphäre verglühen.

Inzwischen arbeitet Astrium an ATV3, benannt nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi. Da der Betrieb der ISS bis zum Jahr 2020 verlängert wurde, stehen die Chancen gut, dass insgesamt sieben Raumtransporter gebaut werden.

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