Fürsorge im Betrieb

Hilfe in allen Lebenslagen


Vorbildlich: Wie ein Chemiepark die Mitarbeiter unterstützt

Leuna. Manuela Sämann tritt mit reichlich neuem Wissen aus dem Büro der Initiative „Familienfreundlicher Chemiestandort  Leuna“.  Die  junge Frau, Sekretärin und eine von 9.000 Mitarbeitern vor Ort, wird demnächst zum ersten Mal Mutter – was neben Freude auch Bürokratie mit sich bringt. „Die Beratung war super“, sagt sie. „Ich habe mich genau über die zu erledigenden Behördengänge informiert.“

Zu jeder Anfrage der passende Kontakt

Kinder- und Elterngeld  müssen beantragt werden, die Anmeldung bei der Krankenkasse ist fällig. „Eine Kinderkrippe suche ich auch“, betont die junge Frau, die nach der Geburt schnell wieder an ihren Arbeitsplatz möchte.

Sie profitiert von einem erfreulichen Trend: Die Betriebe tun zunehmend mehr dafür, dass ihre Mitarbeiter Beruf und Privates unter einen Hut bringen. „Familienfreundlichkeit ist für uns Standort-Philosophie“, erklärt Jürgen Jankowski, Personalleiter des Standort-Dienstleisters InfraLeuna GmbH, der das Beratungsbüro vor zwei Jahren gemeinsam mit mehreren ortsansässigen Industrie-Unternehmen gegründet hat. „Wenn Mitarbeiter frei sind von familiären Sorgen, dann sind sie motivierter und leistungsfähiger bei der Arbeit.“ Auch wenn es gelte, gute Kandidaten für Arbeits- und Ausbildungsplätze zu finden, werde der soziale Faktor wichtiger.

Das Modell stößt auf viel Interesse in der Branche: Immer öfter empfängt Jankowski Firmenverantwortliche aus ganz Deutschland, die von Leuna lernen wollen.

Elke Raue, die Leiterin des Servicebüros, hat zum Nutzen der Mitarbeiter des Chemie-Standorts ein dichtes Netzwerk von Kontakten aufgebaut. Mehr als 70 Vereine, Verbände und Ämter umliegender Kommunen sind mit im Service-Boot. „Das Netzwerk reicht von Wohnungsbau-Gesellschaften bis zu sozialen Vereinen, von Leuna bis nach Halle und Leipzig“, berichtet sie. Mit ein, zwei Anrufen kann sie zu jeder Anfrage die passenden Kontakte vermitteln. Sie gibt Tipps, organisiert Vorträge, zeigt Alternativen auf.

Vertraulichkeit ist oberstes Gebot

Vielen hilft sie so in Sachen Nachwuchs oder Gesundheit. Andere suchen nach einer größeren Wohnung in Werknähe, nach Unterstützung in Behörden-Angelegenheiten oder nach einer Chemie-Lehrstelle für den Filius. „Wir bekommen auch viele Fragen zur Pflege von Angehörigen“, so Raue. Vertraulichkeit ist oberstes Gebot: Manchmal geht es sogar um Hilfe bei Suchtproblemen. 

Uwe Rempe

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