Hightech schützt Nase und Lunge

Hilfe für Allergie- und Asthma-Patienten kommt von Boehringer Ingelheim und Freudenberg

Mainz. Sie ist winzig, kleiner als ein Millimeter, und lebt in Polstermöbeln, Teppichen und Matratzen: die Milbe. Ihre Anwesenheit ist völlig normal, doch vielen Menschen läuft ihretwegen die Nase. Mehr als 4,5 Millionen Deutsche leiden an einer Hausstauballergie. Unbehandelt kann daraus schnell Asthma werden.

„Bei einer Allergie reagiert unser Abwehrsystem fälschlicherweise überempfindlich auf eine harmlose Substanz, das Allergen“, erklärt Stephanie Korn, Leiterin klinische Forschung für Pneumologie und Asthma an der Universitätsklinik in Mainz. In dem Fall ist der Milbenkot schuld. Vor allem morgens sind die Beschwerden der Allergiker schlimm. Der Grund: Das Tierchen frisst und verdaut Hautschuppen, die nachts in die Matratze rieseln.

Helfen können spezielle Bettwäsche und Matratzenbezüge. „Sie bilden eine Schutzbarriere“, sagt Elisabeth Kamin-Schulz vom Vliesstoff-Spezialisten Freudenberg Performance Materials in Kaiserslautern. Das Unternehmen stellt am Standort das textile Material („Evolon“) mit einem mehrstufigen Hightech-Verfahren her. Dabei wird Polyester- und Polyamidgranulat in lange, sternförmige Fasern gezogen. Mithilfe von Hochdruck-Wasserstrahlen werden diese anschließend gesplittet. Das Resultat: fest miteinander verwobene Mikrofilamente. „So entsteht eine sehr dichte, kompakte und doch atmungsaktive Struktur“, erläutert die Vertriebsverantwortliche.

Die Hausstauballergie ist hierzulande die zweithäufigste Intoleranz – Spitzenreiter ist Heuschnupfen mit über 13 Millionen Betroffenen. Die Ursache sollte man behandeln lassen. „Allergien werden oft trivialisiert“, warnt Medizinerin Korn und erklärt: „Allergene bleiben nicht nur in der Nase. Sie wandern in die Lunge und können Asthma verursachen.“ Schätzungen zufolge entwickelt etwa ein Drittel aller Allergiker nach acht Jahren eine chronische Entzündung der Bronchien. Einmal erkrankt, sind Patienten auf Medikamente angewiesen.

Mithilfe von Inhalatoren gelangt die Arznei in die Atemwege. Geräte mit dem Wirkstoff Tiotropium stellt Boehringer Ingelheim her („Respimat“). Das Besondere: „Der Inhalator erzeugt eine Sprühwolke, die besonders tief in die Lunge gelangt“, sagt Anke Kondla, Expertin bei dem Pharma-Unternehmen.

Zwei Sprühstrahlen werden mit Formel-1-Geschwindigkeit freigegeben. „Sie prallen so exakt definiert aufeinander, dass eine extrem feine Wolke mit rund 230 Millionen Wirkstoff-Partikeln entsteht“, so Kondla. Übrigens: Über 50 Millionen der Geräte produziert der Pharma-Spezialist jährlich. In Ingelheim werden die Kartuschen mit dem Wirkstoff befüllt und für den weltweiten Versand gerüstet.


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