Reinigungstechnik

Hightech-Produkt von Lanxess sorgt in Industrie und Haushalt für sauberes Wasser

Bitterfeld. Sie produzieren jeden Tag für sauberes Wasser in aller Welt: die Mitarbeiter der beiden Lanxess-Fabriken im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt). Die einen stellen Membranfilter-Elemente her, mit denen sich verschmutztes Wasser aufbereiten lässt. Die anderen Myriaden kleinster Kügelchen, die Wasser enthärten und entsalzen können – sogenannte Ionenaustauscher.

Diese Ionenaustauscher sind nicht nur in Spülmaschinen und Wasserfiltern unverzichtbar. Auch Halbleiter- und Arznei-Hersteller benötigen sie, und Kraftwerke. „Die Stromversorger sind Großkunden von uns“, berichtet Gerold Schade, Geschäftsführer der Firma IAB Ionenaustauscher in Bitterfeld, einer Lanxess-Tochter. Die Kraftwerke reinigen so das Wasser, das sie sich zum Dampferzeugen aus Flüssen oder Seen holen.

Kunststoff-Kügelchen sind alle exakt 0,6 Millimeter klein

Hergestellt werden die Ionenaustauscher (Marke „Lewatit“) von 100 Mitarbeitern in einer fast vollautomatischen Fertigung. „Es ist ein hochkomplexes Verfahren mit vielen Zwischenschritten“, schildert Schichtleiterin Mandy Seiler beim Rundgang. „Das erfordert sehr viel Fachwissen und ex­trem genaues Arbeiten.“

Zunächst entstehen Kügelchen aus dem Kunststoff Polystyrol, die alle exakt 0,6 Millimeter Durchmesser haben. „Das erreichen wir, indem wir sie vor dem Aushärten speziell behandeln“, erklärt Seiler. Einige Stationen weiter werden die Kugeln für ihre Aufgabe „scharf geschaltet“. Dazu „impft“ man sie mit speziellen Molekülgruppen, die negative Anionen oder positive Kationen von gelösten Mineralien oder Salzen aus dem Wasser fischen und durch andere Ionen ersetzen.

Die Beschäftigung am Standort könnte noch deutlich zunehmen

Das Werk, von 1996 bis 1998 für 150 Millionen Euro gebaut, ist noch heute das größte und modernste seiner Art in der Welt. Es fertigt jährlich 30.000 Tonnen Ionenaustauscher. Das Material erfüllt selbst bei hoher Beanspruchung mehrere Jahre seinen Dienst. Dazu muss man es regelmäßig mit Säure oder Lauge von den eingefangenen Ionen befreien. Diese Regeneration ist mehrere Tausend Mal möglich.

Nicht weit vom Ionenaustauscher-Werk betreibt Lanxess noch eine weitere Hightech-Fabrik. Für 30 Millionen Euro entstand sie vor drei Jahren. Hier stellen 40 Mitarbeiter Membranfilter-Systeme (Marke „Lewabrane“) her. „Diese bestehen aus einer Polyamid-Kompositmembran“, sagt Geschäftsführer Schade. „Sie reinigen das Wasser mithilfe der Umkehr-Osmose.“

Noch sei die Fabrik nicht voll ausgelastet. Aber der Absatz nimmt kontinuierlich zu. Langfristig, so Schade, sei ein Vierschichtbetrieb das Ziel. Dann sollen hier bis zu 200 Beschäftigte in Lohn und Brot stehen.


Schon Gewusst?

Illustration: Werk
Illustration: Werk

So geht Umkehr-Osmose

  • Mithilfe der Osmose saugen Pflanzenwurzeln Wasser und Nährstoffe aus dem Boden.
  • Die Industrie dreht das um: Man presst Salzwasser mit Druck auf eine Membran, die nur die Wassermoleküle, aber nicht das Salz durchlässt. Auf der einen Seite entsteht reines Wasser, auf der anderen stark salzhaltiges. Sie fließen dann getrennt ab.

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