Drei Standorte gebündelt

Hightech-Konzern Thales zieht um

Stuttgart/Ditzingen. Gut 600 Kilometer Datenkabel sind schon verlegt, Tausende von PCs, zig Server und anderes Gerät so beschriftet, dass Möbelpacker und Techniker wissen, wo sie künftig stehen müssen. Wenn ein Technologiekonzern umzieht, wie Thales aus Stuttgart, ist es nicht damit getan, Kartons zu packen. Vor allem, wenn aus drei Standorten mit insgesamt rund 1.500 Mitarbeitern nun einer wird.

Bislang gibt es den französischen Technologiekonzern gleich dreimal in und um die baden-württembergische Landeshauptstadt: In Stuttgart wird Bahntechnik bis hin zu ganzen Stellwerken entwickelt, in Korntal-Münchingen sind es Navigationssysteme für den Flugverkehr und in Pforzheim elektronische Komponenten für Funkgeräte und Radaranlagen zur Grenzsicherung. Nur noch ein paar Monate, dann werden alle in einem 145 Millionen Euro teuren Neubau in Ditzingen sitzen, direkt an der A 81.

„Im Entwicklungs- und Testlabor der Bahntechnik wird der Umzug seit eineinhalb Jahren intensiv vorbereitet“, erläutert Stefan Wallberg, der zuständige Projektleiter.

Allein dort müssen rund 500 PC-Schränke mit jeweils bis zu einem Dutzend Computern in Stuttgart-Zuffenhausen von der Verkabelung gelöst und so beschriftet werden, dass sie in Ditzingen an ihrem neuen Standort landen und sofort wieder angeschlossen werden können. Und die Schränke sind nur ein Teil der Ausrüstung, die umziehen muss.

Wann welche Geräte abgestöpselt wurden und werden, konnte jeder Fachbereich selbst entscheiden. „Wir wollten keinen Big-Bang-Umzug“, sagt es Wallberg bildhaft. Jeder Fachbereich kann sich so optimal auf laufende Kundenprojekte einstellen.

67.000 Quadratmeter für 1.500 Mitarbeiter

Bis zum festgelegten Transporttag müssen aber alle Vorbereitungen abgeschlossen sein. Um die gesamte Ausstattung der Bahntechnik-Labore in die neue Deutschland-Zentrale zu bringen, müssen die Spediteure bis zu 100-mal fahren. Die beiden kleineren Standorte Pforzheim und Korntal folgen dann einige Wochen später.

In der Thales-Chefetage wurde schon länger darüber nachgedacht, die drei Standorte zusammenzulegen. Fahrt nahm die Sache vor drei Jahren auf, als klar war, dass der Mietvertrag in Stuttgart nicht über das Jahr 2014 hinaus verlängert wird. Und weil die Gebäude in Korntal und Pforzheim alt sind und sich Investitionen dort nicht mehr lohnen, hat sich der Konzern für eine Komplettlösung entschieden. In nur zwei Jahren wurde ein Komplex mit 67.000 Quadratmeter Büro-, Labor und Produktionsfläche gebaut.

Der helle Neubau verbessert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern soll auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Geschäftsbereiche fördern. „Auch wenn Pforzheim von Zuffenhausen nur 25 Autominuten entfernt ist, hat es daran bislang gehapert“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer von Thales Deutschland, Hans Leibbrand.


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