Ingenieurskunst

Hightech im Pappbecher


Spezialmaschinen-Hersteller Michael Hörauf ist für die Zukunft gut gerüstet

Donzdorf. Vorsicht! Heiß!  Kaffee und Suppen aus Papierbechern sind in. Die Finger kann man sich daran kaum verbrennen, sie sind geschützt: etwa durch eine Luftschicht in der Wand des Be­chers.

Auch sonst steckt viel Know-how in dem Stück Karton. Viele der Becher, die weltweit verbraucht werden, entstehen auf Anlagen der Michael Hörauf Maschinenfabrik aus dem schwäbischen Donzdorf.

„Wer trinkt und isst, kommt an uns nicht vorbei“, sagt Prokurist Holger Aubele. „Wir sind ganz nah am Endverbraucher.“

In der Produktion von Papp-Bechern sind die Stückzahlen gi­gantisch, das Tempo rasant: Die schnellste Ma­schine der Welt für runde und konische Becher baut Hörauf, und die schafft 330 Stück pro Minute! „Im Dreischichtbetrieb sind das rund 120 Millionen Becher im Jahr“, rechnet Aubele vor.

Hochkomplexe Kurvensteuerungen

Um in dieser Geschwindigkeit Wand, Boden, Mundrolle und Deckel der Becher zu­sam­menzubringen, sind komplexe Bewegungen erforderlich. Service-Techniker Ingo Krause er­läutert: „Den schnellen Wech­sel im ,Stop and Go’ schafft kein Elektromotor. Deshalb arbeiten wir mit hochkomplexen und hochpräzisen sogenannten Kurvensteuerungen. Das sind  robuste Metallscheiben, die durch ihre Form Takt und Bewegung exakt steuern.“

„Irgendwo geht immer was“

Auf Hörauf-Maschinen werden nicht nur Getränke- und Verpackungsbecher gefertigt, sondern auch Buchdecken, Spielpläne, Ordner, Schuber und Kalender.

 

Diese Anlagen für die grafische Industrie stellen allerdings andere Anforderungen an die 45 Mitarbeiter der technischen Abteilung von Hörauf. Denn grafische Produkte werden in kleinen Stückzahlen gefertigt. Hier kommt es auf schnelle Wechsel an. Firmenprokurist Aubele verdeutlicht: „In 15 Minuten muss ein anderes Format perfekt auf der Ma­schine produziert werden.“

2009 wird auch für Hörauf kein leichtes Jahr. Bisher sei man zwar gut ausgelastet, spüre aber auch die Verunsicherung am Markt.  Dennoch ist Aubele optimistisch: „Gelesen wird zu jeder Zeit und verpackt auch. Irgendwo geht immer was.“ So werde durch die Wirtschaftskrise in den USA jetzt mehr Fastfood gekauft, und in Asien seien Nudeln aus dem Becher und „Cafe to go“ sowieso der Renner.

Hörauf hat auch ganz neue Märkte im Visier: zum Beispiel  Schutzverpackungen für Elek­trogeräte und Computer. Da könnte gefalteter Karton das  Styropor ablösen.  In der Fertigung setzt das Unternehmen auf Qualität und Flexibilität. „Auch hier sind wir gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet“, so Aubele.

Joachim Sigel

 

Info: Michael Hörauf Maschinenfabrik

Das Familienunternehmen in Donzdorf entwickelt und produziert hochwertige Maschinen für die grafische und verpackende Industrie. Hörauf beschäftigt 330 Mitarbeiter und hat eine Exportquote von über 85 Prozent.

www.hoerauf.com

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