Superabsorber

Hightech gegen Trockenheit


Kunststoff-Granulat von Evonik erleichtert die Aufzucht von Bäumen

 

 

Er ist extrem hitzeresistent und wächst, wo sonst nur Wüste wäre. Der Arganbaum ist der Baum des Lebens für den Südwesten Marokkos und seine Bewohner, die Berber. Doch seit den 1990er-Jahren schrumpfen seine Bestände. Rodung, Überweidung und ein sinkender Grundwasserspiegel machen ihm zu schaffen.

 

 

 

Superabsorber des Chemiekonzerns Evonik in Essen sollen nun helfen, den Arganbaum zu retten. Und das Wiederaufforsten erleichtern. Denn die Setzlinge des bis zu 400 Jahre alt werdenden Gewächses sind sehr empfindlich; sie lassen sich nur mit großer Mühe in Baumschulen heranziehen.

 

 

 

Versuch mit 1.000 Setzlingen

 

 

 

Erste Versuche zeigen: Das Granulat aus Kunststoff (Superabsorber) erleichtert es den kleinen Arganbäumen, die kritische Anfangsphase zu überwinden. „Es erhöht die Überlebensrate der Setzlinge deutlich“, berichtet Professor Cherif Harrouni vom Agrar-Institut in der marokkanischen Hafenstadt Agadir, das die Versuche mit betreute.

 

 

 

Wie das funktioniert? „Der Superabsorber kann ein Vielfaches der eigenen Masse an Wasser aufnehmen und speichern“, erklärt Evonik-Expertin Annette zur Mühlen. „Das Wasser gibt er, wenn der Boden trocknet, wieder gleichmäßig ab. So vermindert er den Trockenstress bei Pflanzen.“

 

 

 

 

 

 

 

Bei Gemüse und Zierpflanzen setzen Bauern und Gärtner das Hightech-Produkt schon lange ein, um trockene Böden zu verbessern. Harrouni und sein Team haben den im Boden abbaubaren Stoff nun erstmals in der Region um Agadir getestet. Sie pflanzten im Frühjahr 2010 an vier Standorten 1.000 junge Arganbäume – auf Erde mit Superabsorber sowie auf normalem Boden.

 

 

 

Dann teilten sie die Bäume in zwei Gruppen ein. Die einen Setzlinge gossen die Mitarbeiter einmal im Monat mit 30 Litern Wasser, die anderen mussten sich mit dem Regen begnügen und erhielten kein Wasser zusätzlich. Ergebnis: Das Evonik-Produkt verbesserte die Überlebenschancen der Pflanzen um mindestens 40 Prozent. „Das ist sehr ermutigend“, findet Professor Harrouni.

 

 

 

Marokko will Bestände wieder aufforsten

 

 

 

Weitere Versuche sollen nun klären, ob Superabsorber und Arganbäume auch im Kampf gegen die Bodenerosion helfen. Die marokkanische Regierung ist sehr daran interessiert. Sie will den Baum wieder verstärkt anpflanzen, denn er hält die Wüstenbildung auf und ist für viele der zwei Millionen Menschen in der Region Basis des Wohlstands. Das harte Holz dient zum Bauen, für Möbel und als Brennstoff. Fruchtfleisch, Triebe und junge Blätter ernähren Schafe und Ziegen. Und die Früchte liefern hochwertiges Öl.

 

 

 

Der europäische Chemieverband Cefic zeichnete das Projekt kürzlich als gutes Beispiel für nachhaltige Entwicklung aus. Die Setzlinge gedeihen unterdessen prächtig. Sie werden im Jahr 2013 die ersten Früchte tragen.

 

 

 

 

 

 

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