Experimente

Hier zaubert der Potter-Nachwuchs


Wasser zu Wein: Schüler verblüffen mit ihrer Show auf der MINT-Messe

Wiesbaden. Geheimnisvolles geschieht im hessischen Landtag: Ein junger Mann mit blitzförmiger Narbe auf der Stirn schüttelt einen Glaskolben mit klarer Flüssigkeit. Eine junge Frau im schwarzen Umhang reicht ihm ein Pulver. Er gibt es in den Kolben – zack! Die Flüssigkeit wird pink.

Eine weitere Substanz – und der Kolben-Inhalt sieht aus wie Apfelsaft. Der Magier gießt den Saft ins Glas – dort verwandelt er sich in tiefroten „Wein“.

Für Bierschaum sorgt etwas Spüli

Im Harry-Potter-Kostüm steckt Christopher Henze (19). Der Schüler der Main-Taunus-Schule in Hofheim ist Mitglied der AG „Harry Potter und die Geheimnisse der Chemie“. Mit sechs Mitschülern erklärt er bei der 7. MINT-Messe im Landtag chemische Zusammenhänge in einem Theaterstück. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gefördert wird die Messe von der Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft und dem Arbeitgeberverband HessenChemie.

Die Verwandlung von „Wasser in Wein“ bewirken Substanzen wie Natriumcarbonat, Phenolphthalein, Eisenchlorid und Kaliumthiocyanat. Auch „Bier“ brauen können die Schüler: aus Kaliumjodat und Natriumhydrogensulfit – ein Spritzer Spülmittel sorgt für die Schaumkrone.

Strom aus Pflanzenfarbe

Für die tolle Show gab es den mit 3.000 Euro dotierten MINT-Award vom Konsumgüter-Hersteller Procter & Gamble in Schwalbach.

Potter-Darsteller Henze ist tatsächlich begeisterter Nachwuchs-Wissenschaftler. Chemie ist sein Lieblingsfach. Nach dem Abi möchte er den Naturwissenschaften treu bleiben. Auch Kollegin Lara Jennen (18) findet: „Die Show macht Chemie richtig spannend.“ Bei den Schülern kommt die AG so gut an, dass sie sich zu einer ungewöhnlichen Zeit treffen: sonntags von 9 bis 12 Uhr.

Mit Verwandlungen beschäftigen sich auch Melissa Frick (17), Benedikt Gauss (17) und Bettina Royen (17) von der Albert-Schweitzer- Schule in Schwalbach.

Ihre Spezialität: Aus Traubensaft Solarstrom erzeugen. Wie geht das denn? „Der Farbstoff im Saft, die Pflanzenpigmente, ersetzen das Silicium in einer Solarzelle“, erklärt Benedikt. Beschichtet man elektrisch leitende Glasplatten mit der Farbe, erzeugen sie bei Bestrahlung Strom.

Die drei Jungforscher stehen auf Bio und Chemie. Benedikt: „Ich möchte meine Umwelt verstehen. Naturwissenschaften sind der Schlüssel dazu!“ Andere Projekte beschäftigten sich mit Geocaching – das ist eine Art Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger –, dem Klimawandel, Astronomie, Solar-Robotern oder dem genetischen Fingerabdruck.

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Schlagwörter: Naturwissenschaften

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