Familienbetrieb

Hier wird Süßes und Salziges verpackt


Dassel. Aus Sicht von Naschkatzen hat Julian Wauker einen ganz schön harten Job: Denn jeden Tag wird er an seinem Arbeitsplatz mit den bunten Umhüllungen für Kaugummis, Chips, SchokoRiegeln, Eis und mehr konfrontiert. „Aber leider geht es bei uns nur um die leeren Verpackungen“, sagt er und kümmert sich um seine Rollenschneidmaschinen.

Wauker ist zuständig dafür, dass große, bunt bedruckte Kunststoffbahnen richtig zugeschnitten werden – in handliche Größen, passend zu den Verpackungsmaschinen von Lebensmittel-Produzenten in der ganzen Welt.

Über 100 Jahre Wachspapier

Der Anlagenmechaniker arbeitet bei Heyne & Penke (H&P) im niedersächsischen Dassel, einem Hersteller unter anderem von flexiblen Verpackungen für Süßigkeiten und Knabbergebäck.

1906 wurde das Unternehmen von Benno Heyne und Heinrich Penke in Holzminden gegründet, um beschichtetes Papier zur Verpackung von Bonbons und Schokolade herzustellen.

„Qualität und der Mut zu Innovationen sind seit über 100 Jahren unser Schlüssel zum Erfolg“, sagt Peter Penke-Wevelhoff. Seit dem überraschenden Tod seines Vaters Hans-Peter Anfang 2012 führt er das Unternehmen mit seinem jüngeren Bruder Christoph. Wachspapier gehört bis heute zum Sortiment. „Es ist ein bewährtes und in seiner Umweltfreundlichkeit kaum zu übertreffendes Material“, stellt Christoph Penke-Wevelhoff fest.

Vor allem Bonbons, Toffees, und Lollis werden in Wachspapier verpackt. Und sie kommen anschließend noch in eine bunte Tüte von H&P. Das Unternehmen zählt mit seinen 170 Mitarbeitern zu den wenigen Komplettanbietern der Branche, von der Beratung bis zur Laborprüftechnik.

Rund 35 Millionen Euro Umsatz hat der Mittelständler 2011 gemacht. Entwickelt und produziert werden neben dem Wachspapier alle Sorten von Folien- und Papierverbunden, mit und ohne Metallisierung.

Tattoos aus Lebensmittelfarbe

Neuester Clou sind Spezialfolien für Ultraschall-Siegeltechnik, die in Zusammenarbeit mit Bosch speziell entwickelt wurden. Dieses Verfahren ermöglicht unter anderem schmalere Siegelnähte an der Verpackung.
Über 80 Prozent der Verpackungen gehen in die Lebensmittel-Industrie. Zu den Stammkunden gehören Global Player wie Griesson, Haribo, Bahlsen, Kraft Foods, Lambertz, Lieken, Procter & Gamble oder auch die Bonbon-Hersteller Dr. C. Soldan und Ricola. Die Exportquote liegt bei 40 Prozent.

Neben den großen Kaschieranlagen laufen in den Produktionshallen hochmoderne Druckmaschinen mit bis zu acht Farben im Flexo- und bis zu zehn Farben im Tiefdruckverfahren. „So können wir wirklich jeden Farbwunsch unserer Kunden garantieren“, erklärt Peter Penke-Wevelhoff.
In der Branche gilt H&P als besonders innovativ. Zu Beginn der 90er-Jahre entwickelte Hans-Peter Penke-Wevelhoff Tattoos aus Lebensmittelfarben, die als Beigabe zu Süßigkeiten weltweit beliebt sind.

Ausgezeichnet als Vorzeigelieferant

Da der Standort in Holzminden zu klein wurde, investierte man seit 1991 über 40 Millionen Euro in das neue Werk in Dassel. Es gilt als besonders fortschrittlich, nicht zuletzt wegen des nachhaltigen Energiekonzepts. Bei einem der Kunden – einem Weltkonzern – wurde H&P in diesem Jahr zum Vorzeigelieferanten gekürt. Auf der internen Bewertungsskala gab es den Höchstwert von 100 Punkten.

„Diese absolute Benchmark-Position ist der Lohn für eine tägliche Spitzenleistung all unserer Mitarbeiter und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Peter Penke-Wevelhoff.

Schnelltest: Rainer Kosching nimmt eine Probe vom Schweiß an der Hand von Michael Wolf für einen Bakterientest. Foto: Scheffler

Bakterien auf der Spur

Hygiene in der Produktion

Sorgsam streicht Rainer Kosching mit einem sterilen Wattestäbchen über die Innenfläche der Hand von Packer Michael Wolf. Das Stäbchen steckt er anschließend in ein Testgerät, das schon nach wenigen Augenblicken anzeigt, wie viele Bakterien dabei aufgenommen wurden: „Super, die Zahl liegt weit unter dem Grenzwert, ich hab nichts zu meckern“, freut sich Kosching. Wolf kann wieder an seine Arbeit gehen.

Mehrmals täglich Hände waschen Kosching ist der Hygiene-Beauftragte bei Heyne & Penke in Dassel. Der gelernte Industriekaufmann ist seit 41 Jahren im Unternehmen, seit 1993 für das Qualitätsmanagement zuständig. In der Folge erhielt auch das Thema Hygiene in der Produktion einen immer höheren Stellenwert.

„Als Zulieferer für die Lebensmittel-Industrie setzen wir ganz hohe Maßstäbe bei Hygiene und Sauberkeit“, betont Kosching. Häufige Händedesinfektion ist in der Produktion Pflicht, denn schon ein einfaches Naseputzen treibt die Anzahl der Bakterien in den Tausender-Bereich.

„Aber seit wir das Schnelltest-Gerät haben, sind alle viel sensibler geworden, und ich habe nur noch ganz selten etwas zu beanstanden“, freut sich Hygiene-Chef Kosching.

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Smarte Pillowpacks

Umhüllungen für einzelne Bonbons

Spezialfolien für Ultraschall-Siegeltechnik hat Heyne & Penke in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelt. Der Vorteil: ein Drittel weniger Materialverbrauch, kürzere Maschinenlaufzeiten und schmalere Siegelnähte. Zudem verschmelzen die Folien ohne Hitzeentwicklung.

„Das schont vor allem wärmeempfindliche Produkte wie Schokolade oder Eis und spart etwa ein Drittel Kosten“, erläutert H&P-Chef Peter Penke-Wevelhoff. Die Folien eignen sich besonders für Pillowpacks.

Das sind kleine Einzelverpackungen zum Beispiel für Bonbons, die fast wie ein Kissen (englisch: pillow) aussehen.

Unternehmen in diesem Artikel

Heyne & Penke

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Heyne & Penke
Am Burgberg 10
37586 Dassel

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