Für jedes Produkt die passende Lackieranlage

Hier kommt Farbe ins Leben


Kirchheim unter Teck. Das Glas unseres Parfümflakons, der Bedienknopf des Autoradios oder die Dose, aus der wir unsere Cola trinken – all diese Produkte haben eines gemeinsam: Sie werden lackiert. Oft sind es funktionelle Beschichtungen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, wie bei Bremsscheiben oder im Inneren von Getränkedosen.

Anlagen, die diese Beschichtungen vollautomatisch auf das Produkt bringen, kommen von Sprimag aus Kirchheim-Teck. Das Unternehmen beschäftigt deutschlandweit rund 200 Mitarbeiter, die Lackieranlagen für Produkte des täglichen Lebens entwickeln und bauen.

„Es kommt hier vor allem auf Präzision und Schnelligkeit an“, so Philippe Nollet, kaufmännischer Geschäftsführer. Tuben und Getränkedosen müssen innen beschichtet werden, damit das Aluminium nicht korrodiert und sich seine Geschmacksstoffe nicht auf das Füllmaterial übertragen.

Nollet schildert, wie schnell das abläuft: „Unsere Innenbeschichtungsanlagen schaffen innerhalb einer Minute über 2.000 Getränkedosen.“ Jedes Produkt bringt unterschiedliche Anforderungen mit sich. „Der Kunde kommt mit einem Teil, das beschichtet werden muss, zu uns“, erklärt Nollet. „Im ersten Schritt müssen wir dann herausfinden, welches Verfahren und welche Anlagentechnologie sich für die Anwendung am besten eignen.“

Die größte Herausforderung ist der Fachkräftemangel

Dazu führen die Mitarbeiter im Anwendungszentrum Versuchsreihen durch. André Keller richtet gerade eine Maschine ein, die per Roboterarm zielgenau ein Teil einer Fahrzeugarmatur beschichten wird. Dann wird das Ergebnis unter dem Mikroskop bewertet.

Ein Großteil der Sprimag-Anlagen findet Anwendung im Automobilbereich. Bei Türgriffen, Außenspiegeln und Teilen der Innenausstattung ist die Langlebigkeit der Lackierung besonders wichtig. Nollet: „Bei einem Außenspiegel werden etwa Kälte- und Steinschlagtests gemacht.“

Die Maschinen sind so unterschiedlich wie die Produkte, für die sie entwickelt werden. Die kompakteste Anlage von Sprimag misst gerade einmal 2 Meter. Die größte Anlage, die der Hersteller je gebaut hat, ist rund 65 Meter lang. Das Unternehmen hat auch Standorte in den USA und Brasilien, beschäftigt weltweit 535 Mitarbeiter.

Größte Herausforderung: der Fachkräftemangel. Die Belegschaft phasenweise mit Zeitarbeitern zu ergänzen, sei schwierig, so Nollet: „Um eine Anlage zu entwickeln und herzustellen, braucht man eine hohe Kernkompetenz.“

Deshalb ist es für Sprimag wichtig, die Belegschaft auch in schlechteren Zeiten zu halten. „Wir arbeiten mit Zeitkonten und, wenn es mal hart auf hart kommt, auch mit Kurzarbeit“, sagt Nollet. So ist das Unternehmen ohne Stellenabbau durch die letzte große Krise gekommen. Darüber ist der Geschäftsführer froh: „Denn jetzt ist die Auftragslage sehr gut, und wir brauchen jeden Einzelnen dringend.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang