Theater

Hier funkt’s gleich!


Die Stimmung von Mitarbeitern auf die Bühne gebracht

München. Missverständnisse oder auch mal ein Streit unter Kollegen, das kommt vor. Dann ist der „Spannungsfilter“ der Abteilung verstopft. So heißt das beim  „Theater interaktiv“. Oder die „Betriebsklima-Anlage“ sollte wieder einmal gewartet werden – alles Umschreibungen für die Atmosphäre in einer Firma.

Die machen die Münchner Schauspieler zum Thema, wenn sie zum Beispiel als Handwerker verkleidet in Betrieben auftreten. Dort spüren sie der Stimmung unter Mitarbeitern nach, nehmen sie auf und setzen sie auf der Bühne in Szene.

Anderer Blick auf die Firma

Bei Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) in München waren sie schon mehrfach zu Gast. „Ich habe durch die Schauspieler einen neuen, anderen Blick auf unsere Firma bekommen“, sagt Vertriebsexperte Alexander Metz. „Das hat mich zum Nachdenken gebracht, aber obendrein Spaß gemacht.“

Auf einer Strategie-Tagung in der Konzernzentrale mischten sich die vier Schauspieler zunächst unter die etwa 100 Teilnehmer. Was sie dabei hörten und beobachteten, fassten sie am Ende der Konferenz zusammen. „Spiegeltheater“ nennen sie das, weil sie das Verhalten der Mitarbeiter „spiegeln“.

Zugespitzt formuliert und überzeichnet wiederholen die Akteure dabei die Sprech- und Arbeitsweisen der BSH-Mitarbeiter. „Das war einmal eine ganz außergewöhnliche Art, so einen Tag Revue passieren zu lassen“, meint Andrea Werner, Leiterin BSH-Personalentwicklung und Organisatorin der Tagung.

Auch kritische Töne sind so möglich. „Manchmal sind wir das Sprachrohr der Belegschaft“, berichtet Schauspieler Roger Wüthrich. „Wenn man Streitpunkte durch uns zu Tage treten lässt, lassen sie sich meist schneller lösen“, ist seine Erfahrung.

Werner ist sich sicher: „Mit ihrer Analyse der Firmenkultur haben die Schauspieler zum Dialog der Mitarbeiter beigetragen.“ Da läuft die „Betriebsklima-Anlage“ ohne Brummen.

Eva Schröder

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