Umweltschutz

Hier entsteht sauberes Heizöl


Die Total Raffinerie Mitteldeutschland steckt viel Geld in die Entschwefelung

Spergau. Wolfgang Mitsching ist freundlich, aber unerbittlich. „Auf diese Baustelle kommt keiner ohne Berechtigung“, sagt der Wachmann vom Standort-Dienstleister InfraLeuna. Er hat ein Auge auf alles, was sich tut. Sicherheit wird großgeschrieben: Seit dem Start im Januar 2008 sind hier mehr als 100.000 Arbeitsstunden geleis­tet worden – und das ohne Unfall.

Etwa 100 Arbeiter gießen Fundamente, legen Rohrleitungen, montieren tonnenschwere Stahlträger. Sie bauen für die Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH in Spergau (Sachsen-Anhalt) die dritte Entschwefelungsanlage.

„Ein Bekenntnis zum Standort“

„Die Anlage wird uns helfen, die steigende Nachfrage nach schwefelarmen Heizöl zu befriedigen“, erklärt Raffinerie-Sprecher Olaf Wagner. In der Raffinerie Leuna, wie sie im Volksmund heißt, werden jährlich mit 650 Mitarbeitern rund elf Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Bislang gängiges Heizöl hat einen Schwefel-Anteil von 1.000 ppm – das ist Fachenglisch für „parts per million“ und bedeutet, dass auf eine Million Teile Heizöl 1.000 Teile Schwefel kommen.

 

Bei der Verbrennung von Schwefel entsteht  Schwefeldioxid. „Mit dem neuen Heizöl, das nur noch 50 ppm enthält, wird diese Umweltbelas­tung auf ein Zwanzigstel verringert“, weiß Wagner. Genau dafür benötigt man die neue Anlage. Mit 120 Millionen Euro ist sie die größte Investition seit der Inbetriebnahme der Raffinerie im Jahr 1997. „Es ist ein Bekenntnis der Total-Gruppe zum Chemie-Standort Leuna“, wie Wagner unterstreicht. Im Herbst 2009 soll die Anlage in Betrieb gehen.

Entschwefelung („Hydrodesulfurization“) ist ein Schritt bei der Öl-Verarbeitung. „Dabei wird Gasöl unter hohem Druck bei 300 bis 400 Grad zusammen mit Wasserstoff über einen Katalysator geleitet“, erklärt Wagner. „Der sorgt dafür, dass sich der Schwefel mit dem Wasserstoff verbindet.“

Es nützt auch dem Klimaschutz

Immer mehr schwefelarmes Heizöl wird heute verkauft. Mineralölwirtschaft und Bundesregierung haben sich zu­dem 2007 verpflichtet, dies ab 2009 durch vermehrte Produktion und Steuervergünstigungen zu fördern.

Unabdingbar ist schwefelarmes Heizöl auch für die flächendeckende Einführung der neu entwickelten Öl-Brennwerttechnik in unseren Haushalten. Sie ist gegenüber herkömmlichen Heizanlagen um 10 bis 30 Prozent leistungsfähiger. Was natürlich auch den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid reduziert. Deshalb ist die Baustelle in Spergau nicht nur gut für die saubere Luft, sondern auch fürs Klima.

Uwe Rempe

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