Gesundheit

Hier entstehen Hals-Bonbons


Von Groß-Gerau aus treten die Wick-Klassiker ihre Reise um die Welt an

Groß-Gerau. Es kratzt im Rachen, der Mund ist trocken, ständiger Husten nervt. Schnell ein Hals-Bonbon lutschen. Aaaah, das tut gut. Während die fruchtige Süße den Gaumen verwöhnt, beruhigen ätherische Öle den Hals. In Groß-Gerau produziert der deutsche Marktführer Wick verschiedene Sorten für 50 Länder.

Wer in der Produktion tief einatmet, fühlt sich erfrischt – so intensiv erfüllen Aromen wie Pfefferminz, Zitrone oder Eukalyptus die Luft.

400.000 Bonbons in einer Stunde

Dickflüssig fließt eine heiße Grundmasse aus Glukose-Sirup und Zucker aus Edelstahlkochern auf das Transportband. Während die Masse abkühlt, formen Keile und Walzen daraus einen dicken Strang. Den zieht man am Ende noch mal kräftig in die Länge. Jetzt lassen sich daraus Bonbons ausstanzen: „Wir sagen dazu prägen“, so Prozess-Experte Uwe Engeroff.

Er sorgt dafür, dass neue Rezepturen oder Verpackungen nicht nur im kleinen Maßstab eines Technikums funktionieren, sondern auch wenn es bei der Herstellung um viele Tonnen geht.

Die modernste Anlage schafft gut 400.000 Bonbons pro Stunde – da dürfen die „Guutsje“ nicht verkleben! „Die Bonbonmasse lebt, man muss ständig etwas regulieren“, beschreibt es Engeroff, der nach 35 Jahren im Betrieb alle Tücken genau kennt. Vieles lässt sich technisch durch feines Justieren steuern. „Der Rest ist schlicht das Fingerspitzengefühl der Mitarbeiter“, weiß der Profi.

Knifflig ist die Kristallisation: Die heiße Masse so abzukühlen, dass sie transparent und ohne Risse erstarrt, das ist die große Kunst.

600 Frauen und Männer arbeiten am Standort. Desirée Koch ist eine von ihnen. Im hausei-genen Labor ist sie für die Qualitätskontrolle zuständig.

„Ich bestimme etwa den Gehalt an Zucker oder Vitamin C im Bonbon, die Farbe und die Konsistenz“, erklärt sie. Darf man auch mal ein Bonbon lutschen? „Na klar“, sagt sie und lacht. Ihre Lieblingssorte? „Schwarze Johannisbeere“. Deshalb schmeckt ihr die neue Sorte „Schwarze Johannisbeere-Holunder“ so gut. Neu im Sortiment sind zudem „Apfel-süßer Fenchel“ sowie „Limette-Salbei“. Ab Juni sollen sie in den Regalen liegen.

Nordlichter mögen es etwas schärfer

Haben alle Kunden denselben Geschmack? „Oh nein“, meint Prozess-Experte Engeroff und verrät: „Skandinavier mögen scharfe Sorten mit viel ätherischen Ölen, Australier bevorzugen Eukalyptus und Italiener Lakritze.“

Und die Deutschen? „Die lieben unseren Klassiker, Wick Blau“, so der Techniker. Allein von dieser Lutschpastille, die nach Menthol und Ackerminze schmeckt, klackern stündlich 1.500 Kilogramm vom Band. Es gibt sie mit und ohne Zucker, in Tüten oder Click-Boxen.

Übrigens: Wer auf der A67 in Höhe Groß-Gerau unterwegs ist, sieht das blaue Hochregal-Lager, von dem aus die Bonbons ihre Reise um die Welt antreten.

 

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