Elektro-Industrie

Hier arbeiten Erfinder


Die Firma Robert Seuffer entwickelt praktische Sensoren und Steuerungen für Haushaltsgeräte

Calw. Waschmittel richtig dosieren – das ist so eine Sache. Viele verlassen sich auf ihr Gefühl. Roman Gruden nicht: Mit konzentrierter Miene stattet er eine Waschmaschine mit Mess-Apparaten aus. Er schreibt eine Doktorarbeit über das Thema.

Zu diesem Zweck forscht er an seinem Arbeitsplatz: im Labor der Firma Robert Seuffer im schwäbischen Calw. Die stellt Steuerungen, Schalter und Sensoren für Haushaltsgeräte her, aber auch für Fahrzeuge. „Ich arbeite an einem Sensor“, erklärt Gruden, „der die Wasserhärte und die Waschmittel-Konzentration misst – und der dann mit diesen Daten den Verbrauch von Wasser und Waschpulver steuert.“

Neues gerade auch in Krisenzeiten

Ideen wie diese machen den Erfolg des Unternehmens aus. Deshalb beobachtet Peter Krust, der kaufmännische Leiter, gerne die Aktivitäten in den Labors: „Wir wollen unsere Kunden mit den Funktionen unserer Produkte überzeugen“, sagt er, „und nicht in erster Linie mit dem Preis.“

Auch in Zeiten, in denen der Absatz einmal schwächelt, wird an dieser Philosophie nicht gerüttelt. Mitten in der jüngsten schweren Wirtschaftskrise baute der Betrieb ein neues Entwicklungszentrum – ob­wohl der Umsatz damals allein im Nutzfahrzeugbereich um 60 Prozent eingebrochen war.

100 der 430 Mitarbeiter sind ständig aktiv auf der Suche nach neuen Anwendungen. Einer von ihnen ist Patrick Greisiger. Der Ingenieur arbeitet derzeit an einem Sensor, der die Gewichtsverteilung in einer Waschmaschine misst und regelt. „Das hilft Strom sparen“, erläutert er, „und es reduziert zugleich den Verschleiß der Maschine.“

Der Erfinder-Drang macht sich bezahlt. In Euro und Cent: „In diesem Jahr wird unser Umsatz bei mehr als  80 Millionen Euro und damit deutlich über dem Vorkrisenniveau von 2008 liegen“, erwartet Krust. Seine Belegschaft forscht zum Teil auf spezielle Kundenwünsche hin, oft aber auch ohne konkreten Auftrag. Und landete in den vergangenen Jahren einige Volltreffer.

Preisgekürte Produkte

Zum Beispiel bekam das Unternehmen im Jahr 2008 den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg, für seinen 3-D-Magnetfeldsensor zur Messung der Unwucht einer Waschmaschinentrommel. Und 2010 machte die Fachzeitschrift „Elektronik“ einen Stromsensor von Robert Seuffer zum Produkt des Jahres – er misst den Ladezustand von Batterien und ist ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung des Elektro-Autos.

Das Calwer Unternehmen streckt seine Fühler sogar in ganz neue Gebiete aus. Und arbeitet beispielsweise an einer Steuerung für eine LED-Straßenbeleuchtung. „Dieser Markt verspricht uns weiteres Wachstum“, sagt der kaufmännische Leiter Krust. Gruden, Greisiger und ihre Kollegen werden also auch künftig gut zu tun haben.

 

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