Verbunden seit Generationen

Hessische Familienbetriebe als „Herz der Wirtschaft“

Egelsbach/Herborn/Eltville. Menschen bei der Arbeit an einer modernen Spritzgussmaschine, fürs Foto posierend vor einem Flugzeug und mit Pumpen und passenden Teilen bewusst für die Kamera in Szene gesetzt.

Sie verbindet eine wichtige Gemeinsamkeit: Auf den Bildern präsentieren sich Mitarbeiter von traditionsreichen Familienunternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie für die Kampagne „Wir sind das Herz der Wirtschaft“ des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall.

Viele Unternehmen der Branche sind im Familienbesitz und werden seit Generationen von Inhabern geführt. Zu ihnen gehört Peter Röder. Er kam als Dreijähriger erstmals mit seinen Eltern in die großen Hallen von Röder Präzision am Flugplatz in Egelsbach.

Sein Großvater Wilhelm Röder gründete 1922 das Unternehmen, das heute zu den führenden Instandsetzungsbetrieben der deutschen Luftfahrt zählt. Unter den knapp 300 Beschäftigten arbeiten etliche, die in der zweiten oder sogar wie Röder in der dritten Generation arbeiten. Manche sind seit über 40 Jahren dabei.

Der Unternehmer kennt nicht nur die Mitarbeiter, sondern oft auch deren Familien. „Bei uns sind Mitarbeiter Menschen, keine Zahlen, deshalb trifft man unternehmerische Entscheidungen nie leichtfertig“, betont Röder.

Bei der Herborner Pumpenfabrik steht mit Wolfram Kuhn sogar ein Ur-Ur-Enkel des Firmengründers an der Spitze des Unternehmens, für die fünfte Generation. Der seit 140 Jahren bestehende Betrieb produziert Schwimmbadpumpen und ist Weltmarktführer bei Pumpen für die Abwassertechnik auf Schiffen.

Auf den Standort und die Mitarbeiter kommt es an

„Auch wir achten auf Wirtschaftlichkeit, aber wir denken bei Entscheidungen in Generationen, investieren in den langfristigen Erhalt des Unternehmens und nicht in kurzfristigen Erfolg“, betont Kuhn. Beständigkeit und Tradition, vor allem aber Menschlichkeit beim Umgang miteinander sieht er als die herausragenden Eigenschaften von Familienunternehmen an.

Mit rund 500 Mitarbeitern zählt der Energietechnik-Spezialist Jean Müller schon zu den großen inhabergeführten Firmen. Ralf Keller ist seit zwölf Jahren hier Personalchef und schätzt die kurzen Wege zu seinem Chef, dem promovierten Ingenieur Bernhard Müller.

„Man hat mehr Möglichkeiten mitzuentscheiden als in einem großen Konzern und kann Verantwortung übernehmen“, betont Keller und stellt fest: „Auch wir müssen Gewinne machen, rationalisieren und Prozesse verbessern, aber das geht einher mit einem klaren Bekenntnis zum Standort und den Menschen, die hier arbeiten.“


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