Branchen-Herbstumfrage

Hessens Metall- und Elektro-Industrie fordert Belastungsstopp für Betriebe

Frankfurt. Einfach mal lockerlassen, ein paar Umdrehungen zurückschrauben. Das täte der hessischen Metall- und Elektro-Industrie gut, wie die Zahlen der Herbstumfrage des Arbeitgeberverbands Hessenmetall zeigen: Die Lage ist zwar zufriedenstellend, ein wirklicher Aufschwung aber nicht in Sicht.

„Deshalb brauchen die Unternehmen einen Belastungsstopp“, bilanzierte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, die Ergebnisse.

Stimmung hat sich leicht aufgehellt

An der Erhebung nahmen 237 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 87.510 Beschäftigten teil. 47 Prozent der Befragten beurteilen ihre Lage als befriedigend, 45 Prozent als gut bis sehr gut. Nur 8 Prozent bezeichnen sie als schlecht oder sehr schlecht. Für das Frühjahr erwartet jeder fünfte Betrieb eine Verbesserung.

Wie die Sonderfrage zur Integration von Flüchtlingen ergab, haben bereits 6 Prozent der Befragten Zuwanderer eingestellt, und 30 Prozent planen es. „Das sind erstaunlich hohe Zahlen, da es in unserer Industrie praktisch kaum Helferjobs gibt“, betonte Fasbender.

„Insgesamt hat sich im Vergleich zum Frühjahr 2015 die Stimmung leicht aufgehellt“, so der Hauptgeschäftsführer. Sorgen bereiteten jedoch der rückläufige Welthandel, politische Unsicherheiten und belastende sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen in Deutschland.

Zu den gewaltigen anstehenden Aufgaben zählt die rasante Digitalisierung. Auch die Integration von Flüchtlingen fordert die Betriebe derzeit stark. Zudem erschwert eine Vielzahl weiterer Belastungen das unternehmerische Handeln.

„Die hohen Arbeitskosten, Strom-, Regulierungs- und Bürokratiekosten bringen sie in ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit unter Druck“, betonte Fasbender. Angesichts dieser Standortrisiken konzentrierten sich die Firmen auf kreative Innovationen von Prozessen und Produkten sowie den Kostenwettbewerb. „Und dabei brauchen sie Unterstützung“, stellte Fasbender klar.

Von der Gewerkschaft IG Metall erhofft er sich mit Blick auf die nächsten Tarifverhandlungen „einen an die eingetrübte Lage angepassten Abschluss“ und eine „Tarifauseinandersetzung ohne Klassenkampf- und Warnstreikgetöse“.

Von der Politik wünscht er sich „wenigstens einen sozialpolitischen Belastungsstopp“ sowie wirtschaftspolitisch die Senkung der hohen Stromkosten und „innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen“.


„Kein Aufschwung in Sicht“

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Mehr zur Umfrage unter

ao5.de/hessen-2015

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